| 2. Passive Nutzung der Sonnenenergie | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2.1. Vorbemerkung Passive Nutzung der Sonnenenergie eignet sich nur zur Raumerwärmung und bewegt sich im Niedertemperaturbereich. Von passiven Systemen spricht man, wenn keine aufwendigen technischen Einrichtungen benötigt werden. Sie können für jedes Gebäude, das von der Sonne beschienen wird, genützt werden. Die Sonnenstrahlen werden von verglasten Gebäudeteilen (Treibhauseffekt) aufgenommen und von Wärmespeicher (massive Bauteile), wie Wände, Böden etc. aufgenommen. Bei kühleren Temperaturen (z.B. nachts) wird diese Wärme an den Wohnraum abgegeben. Ventilatoren können diese Wärmeverteilung unterstützen. Die Effektivität dieser Nutzung wird von vielen Faktoren mitbestimmt. Grundsätzlich muß das Gebäude über ausreichende Speichermassen verfügen. Wärmedämmende Schichten wie innenliegende Wärmedämmung, Teppichböden, Tapeten etc. setzten die Speicherfähigkeit der massiven Bauteile herab. Darüber hinaus trägt die Vermeidung von Wärmebrücken und zusätzliche Dämmung von Dach, Wänden, Decken etc. zur erheblichen Reduzierung von Wärmeverlusten bei (siehe Kapitel Sanierung). |
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| Der Wärmeverlust
durch Windeinflüsse kann bis zu etwa 50 % bei exponierten Lagen ausmachen. In
geschützter Lage kann der Wärmeverlust durch Windkraft bis auf 0 % abnehmen. Es spielen hierbei auch Fugendurchlässigkeit und Dämmeigenschaften der einzelnen Bauteile eine wesentliche Rolle. Das Pflanzen von Bäumen, Hecken, Sträuchern und Hausberankungen reduziert die Windgeschwindigkeit und beeinflußt so positiv den Wärmeverlust. |
Das Mikroklima wird
bestimmt durch:
So strahlen
exponierte Lagen und Nordhänge mehr Wärme in der Nacht ab als Südhänge. |
| Der Wärmeverlust
steht proportional zur Oberfläche des Baukörpers. Das bedeutet: je kompakter der
Baukörper, desto geringer der Wärmeverlust. Die Halbkugel stellt die günstigste Form dar (Wärmeverlust an Erde nicht so groß wie an Luft). Die Abkühlungsfläche soll möglichst gering gehalten werden. Dies wird durch Zusammenfügen der Baukörper erreicht, wenn alle das gleiche Temperaturniveau aufweisen. Das heißt, daß freistehende Einfamilienhäuser größere Energieverluste haben wie zum Beispiel Geschoßwohnungen. Bei freistehenden Einfamilienhäusern bietet das Längenverhältnis West- zur Südfassade 2:3 bis 1:2 hohe Wärmegewinne (über die Fensterflächen). |
| Dieses Thema wird im Kapitel "Baukonstruktion Fenster" abgehandelt. |
| Immer mehr Bauherren
entscheiden sich für einen Glasanbau, um ein mildes Klima in einem zusätzlichen,
lichtdurchfluteten Wohnraum über einen längeren Zeitraum des Jahres zu genießen. Im folgenden werden die wichtigsten Aspekte angeschnitten. Diese Informationen sollten aber durch die Beratung mit Fachleuten und das Studieren von Fachliteratur vertieft werden. Der Wintergarten zählt zur passiven Solararchitektur.
Die natürliche
Wärmeübertragung (Wärmestrahlung, Wärmeleitung, Konvektion) sorgt für die Verteilung
der Sonnenwärme im Haus.
In der Planungsphase ist es deshalb notwendig, sich selbst zu prüfen, wie der Glasanbau genutzt werden soll. Geringe Temperaturunterschiede lassen sich mit Hilfe aufwendiger Heizungsanlagen und automatischer Sonnenschutzanlagen ohne weiteres bewerkstelligen, sie verteuern aber auch den Wintergartenbau. |
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| Die erzielbare
Energiegewinnung ist im wesentlichen von der Orientierung des Wintergartens und der Art
der Verglasung abhängig. Unabhängig von seiner Lage ist er in jedem Fall eine
Pufferzone, da er das Kernhaus vor direkten Witterungseinflüssen schützt. Wesentliche Einflußfaktoren, die nicht unberücksichtigt bleiben sollten sind:
Wer zulässige
Grenzabstände nicht unterschreitet, sollte sich für eine Süd- West- Orientierung
entscheiden. |
| An den Wintergarten werden
bauaufsichtliche Anforderungen gestellt, die in den einzelnen Bundesländern voneinander
abweichen können. Es ist zunächst für jeden einzelnen Fall vom Architekten zu klären,
ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, ob der Wintergarten als Aufenthaltsraum oder als Nebenanlage eingestuft wird. An Aufenthaltsräume werden Anforderungen gestellt, wie z.B.:
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Aluminiumprofile- eloxiert oder -
pulverbeschichtet können auf eine Unterkonstruktion aus Stahl oder Holz angebracht
werden. Sie bedürfen wie Kunststoff keiner weiteren Pflege.
Eine hochwertigere Verglasung in Verbindung mit guter Lüftung kann dies eindämmen, da sich das Tauwasser dann an den kalten Konstruktionsteilen ablagert, wo es mit Hilfe von Schienen abgeleitet werden kann. |
| Um im Hochsommer einen
Hitzestau zu vermeiden, muß der Wintergarten ausreichend be- und entlüftet werden. Die Gesamtöffnungsfläche soll bei etwa 20- 25 % der Grundfläche des Wintergartens liegen. Wobei die Zuluftöffnungen möglichst tief und die Abluftöffnungen, die anteilsmäßig etwas mehr sein sollten, möglichst hoch liegen (siehe folgende Abb.) müssen.
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| In den Sommermonaten und der
Übergangszeit reicht das passive Solar- Heizsystem aus, um den Wärmebedarf zu decken. Es ist sinnvoll, die massiven Speicher nicht nur auf formale Gesichtspunkte, sondern auch auf ihre Speicherkapazität hin auszuwählen. So verfügt Wasser über die besten Wärmespeichereigenschaften, doch alle schweren und dichten Materialien, wie z.B. Ziegel und Natursteine haben ebenfalls gute Eigenschaften. Neben der Dichte gilt auch, daß das Absorptionsverhalten (je dunkler die Oberfläche, desto günstiger) für die Aufnahme der Sonnenenergie wichtig ist, die dann während der kühleren Nachtstunden in den Wohnraum abgegeben wird. In der kälteren Jahreszeit ist es jedoch unerläßlich, eine Heizung zuzuschalten, um den Raum auch dann als Aufenthaltsraum nützen zu können. Damit eingestrahlte Sonnenenergie heizwirksam werden kann (und um Überhitzungen zu vermeiden) sollte die Heizung möglichst rasch regulierbar sein (siehe Thermostatventil und Regeltechnik bei Heizanlagen). |
| Die Pflanzenauswahl muß wohl
überlegt sein, und man sollte einen Fachmann zu Rate ziehen, denn es ist zu bedenken,
daß nicht alle Pflanzen den Temperaturschwankungen in einem Wintergarten standhalten. Grundsätzlich ist zu überlegen, ob man sich für Erd- oder Hydrokulturpflanzen entscheiden soll. Hydrokultur hat den Vorteil, daß der Wasservorrat nur alle zwei bis drei Wochen nachgefüllt werden muß. Das Spektrum reicht von Bananenstauden bis Gemüsebeeten und von Kletterpflanzen bis Wassergärten. Da der Wintergarten auch den Übergang zum Garten bildet, sollte die Gartengestaltung (Bepflanzung, Teiche, Pflasterböden, Mäuerchen, Wege, Spaliere, Sitzplätze etc.) und die Wintergartengestaltung aufeinander abgestimmt sein. |
| Die Trompe-Wand sollte
möglichst nach Süden ausgerichtet sein, um die günstigste Energiebilanz zu erzielen. Vor einer dunkel gestrichenen massiven Wand (z.B. Ziegel) befindet sich im Abstand von etwa 15 cm eine Doppelverglasung. Durch den Treibhauseffekt der Glasscheibe und das Absorbtionsverhalten der massiven Wand wird die dazwischen liegende Luft erwärmt und durch Transmission (durch die massive Wand) und vor allem durch die Öffnung über der Wand in den dahinterliegenden Raum geleitet (siehe folgende Abb.).
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| Fensterflächen
verursachen bei Einfamilienhäuser bis zu etwa 30 % des Wärmeverlustes, bei
Mehrfamilienhäuser sogar noch mehr. Diese Verluste lassen sich durch Maßnahmen zum
temporären Wärmeschutz verringern. Unter temporärem Wärmeschutz versteht man:
Sie werden während
den kühlen Nachtstunden und an kühlen sonnenarmen Tagen vor Fenstern und Türen
eingesetzt. Dabei ist es wichtig, daß der temporäre Wärmeschutz gut schließt, so daß
sich zwischen dem Schutz und der Glasscheibe eine ruhende Luftschicht befindet, die dann
zusätzlich wärmedämmend wirkt.
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TWD Systeme bestehen
im wesentlichen aus:
Auftreffende
Strahlung gelangt durch die Verglasung (Eigenschaft: möglichst hohen Energiedurchlaß g-
Wert) hindurch (Treibhauseffekt) und wird in Form von Wärme von der massiven, schwarz
gestrichenen Wand absorbiert. Phasenverschoben gibt sie die Wärme an den
dahinterliegenden Innenraum ab.
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| Damit eingestrahlte Sonnenenergie heizwirksam werden kann (und um Überhitzungen zu vermeiden) sollte die Heizung möglichst rasch regulierbar sein (siehe Thermostatventil und Regeltechnik bei Heizanlagen). |