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4. Energiesparhaus


Wir haben heute die Erkenntnis, daß der verschwenderische Umgang mit Energien unsere Umwelt zerstört und uns damit die notwendige Lebensgrundlage entzieht. Deshalb treten im Bauwesen immer mehr Themen wie Umwelt- und Energieschonung in den Vordergrund.

Etwa ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf Raumheizungen.

Begriffe wie Niedrigenergiehaus mit einem Jahresheizwärmebedarf von ca. 35 kWh/m² a max. 75 kWh/m² a), Passivhaus mit einem Jahresheizwärmebedarf von ca. 15 kWh/m²a, Nullenergiehaus, und Plusenergiehaus gewinnen zusehends an Bedeutung.

Die Baukosten liegen über denen von herkömmlichen Neubauten (ca. 6 %). Die Befürworter von Energiesparhäusern etc. führen jedoch folgende Argumente an:
- geringere Heizkosten
- mögliche Erhebung von Energiesteuern
- langfristig zu erwartende Preisanstiege für fossile Brennstoffe
- neue Grundsteuer, die möglicherweise energieverbrauchsabhängig orientiert sein wird


Besonders Architekten müssen u.a. folgenden Kriterien gerecht werden:
- ansprechende Gestaltung
- Kostenbeschränkung
- außerordentlich gute Funktionalität und Wohnqualität
- hohe Anforderungen an Schonung der Ressourcen und an den Umweltschutz


Sie sollten von Anbeginn der Planung mit Fachingenieuren und Bauherren gut zusammenarbeiten.

Bereits in frühen Planungsphasen müssen die geeigneten Maßnahmen ermittelt und eingeplant werden, da eine Einflußnahme mit dem Fortschritt der Planungen immer mehr abnimmt bzw. schwieriger und kostenaufwendiger wird.


Unter anderem sollten folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:

- topographische Lage
Mikroklima
Vegetation
- örtliche Energie- und Wärmequellennutzung möglich
Fernwärme
Erdwärme
Windkraftanlagen
Wasserkraftanlagen
Biogasanlagen
- Baukörper
Dabei gilt: je kleiner der Anteil von äußeren Bauteilen (A) im Verhältnis zum Bauwerksvolumen (V) ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang durch äußere Bauteile (z.B. Dach, Außenwände, Fenster, ggf. Decken etc.) in Bezug auf das beheizte Volumen eines Gebäudes (A / V- Wert).
Große kompakte Gebäude weisen bessere A / V- Werte auf als gegliederte Gebäude mit vielen Vor- und Rücksprüngen.
- Zonierung
Kühlere Zonen, wie z.B. Nebenräume oder Treppenhäuser sollten an der Nordseite bzw. außen angeordnet werden.
- passive Nutzung der Sonnenenergie
Orientierung
Wärmepuffer
Wintergarten
Anordnung einer Trombe- Wand
temporärer Wärmeschutz
richtige Ausrichtung bzw. Dimensionierung von Fenstern
- aktive Nutzung der Sonnenenergie
Flachkollektorenanlagen
Energiedach / Energiewand
Ziegeldach
konzentrierte Kollektoren
transparent / transluzente Wärmedämmung (TWD)
Photovoltaikanlagen
- Heizungsanlagen
Wärmeerzeuger wie Fernwärme, Öl- oder Gas- Brennwertkessel sind für Energiesparhäuser besonders geeignet.
Die Heizungsanlage muß schnell regel- und steuerbar sein. Aufgrund der Nutzung solarer und interner Wärmegewinne kann sie kleiner dimensioniert werden.
Bedingt durch den niedrigen Heizwärmebedarf macht die Brauchwassererwärmung (solare Nutzung nicht berücksichtigt) mehr als ein Drittel des gesamten Heizenergieverbrauches aus.
- Wassersparkonzept
- Entwässerungskonzepte
- Verwendung ökologisch verträglicher Baustoffe
- massive Bauteile zur Wärmespeicherung
- Vermeidung von Wärmebrücken
- Reduzierung des Transmissionswärmeverlustes von Bauteilen durch zusätzliche Wärmedämmung
- Vermeidung von Undichtigkeiten
- Wärmeschutzverglasung bei Fenstern
- Reduzierung der Lüftungswärmeverluste
- Wärmerückgewinnung
- Windschutz
- Dach- bzw. Fassadenbegrünung
- Reduzierung des Stromverbrauchs
- etc.

 



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