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3. Aktive Nutzung


3.1. Vorbemerkung

Unter aktiver Nutzung der Sonnenenergie versteht man Energiegewinnung mit Hilfe von technischen Einrichtungen wie Kollektoren, Speicherbehälter, Pumpen etc..

Dabei läßt sich die Sonnenenergie nicht nur zur Unterstützung der Raumheizung, sondern auch zur Elektrizitätserzeugung und zur teilweisen / ganzen Brauchwassererwärmung nützen.

Besonders geeignet für aktive Nutzung der Sonnenenergie sind Einrichtungen, die auch im Sommer großen Energiebedarf benötigen, wie Sporthallen, medizinische Bäder usw., da ja auch im Sommer die meiste Energie zur Verfügung steht.

Solaranlagen in Mehrfamilienhäuser sind wirtschaftlicher als in Einfamilienhäuser. Reihenhäuser sollten deshalb die Anlage (mit einzelnen kleinen Heizungszentralen) zur gleichzeitigen Versorgung mehrer Häuser vorsehen.

Die Speicherung der Wärme vom Sommer (wo der Bedarf geringer ist, das Angebot aber groß) in den Winter ist nur mit sehr großem technischen und damit finanziellen Aufwand möglich.
3.2. Sonnenkollektoren
A 3.2.1. Flachkollektoren
A A 3.2.1.1. Aufbau
A A 3.2.1.2. Wirkungsgrad
A A 3.2.1.3. Flachkollektoren mit Flüssigkeitsmedium
A A 3.2.1.4. Flachkollektoren mit Luftmedium
A A 3.2.1.5. Energiedach / Energiewand
A A 3.2.1.6. Ziegeldach als Niedertemperatur- Kollektor
A 3.2.2. konzentrierende Kollektoren
A 3.2.3. Sonstiges
A 3.2.4. Solarzellen
3.3. Orientierung der Kollektoren
3.4. Wärmespeichersysteme
A 3.4.1. Kurzzeitspeicher
A A 3.4.1.1. Flüssigkeitsspeicher
A A 3.4.1.2. Tagesspeicher (für Brauchwasser)
A A 3.4.1.3. Feststoffspeicher
A A 3.4.1.4. Erdspeicher
A 3.4.2. Langzeitspeicher
A A 3.4.2.1. Latent- Wärmespeicher
A A 3.4.2.2. fühlbarer Wärmespeicher
3.5. aktive Solare- Raumheizung
A 3.5.1. Unterstützung von Wasserheizsystemen
A 3.5.2. Unterstützung von Luftheizsystemen
3.6. semi- aktive Raumheizung
3.7. aktive Solarsysteme zur Brauchwassererwärmung
A 3.7.1. Aufbau
A 3.7.2. Kosten
3.8. aktive Solarsysteme zur Schwimmbadheizung
A 3.8.1. Schema Solarschwimmbadheizung in geschlossenem Kreislauf
A 3.8.2. Freibäder
A 3.8.3. Hallenbäder
3.9. Auswahlkriterien einer Solaranlage
3.10. Schlußbemerkung

 

3.2. Sonnenkollektoren


Unter Sonnenkollektoren werden alle Flächen verstanden, die sowohl zur Gewinnung von elektrischer als auch thermischer Energie dienen.

Man unterscheidet:
- heliovoltaische Kollektoren (Stromerzeugung)
- heliothermische Kollektoren (Wärmegewinnung)
- Hybrid- Kollektoren (gleichzeitige Strom- und Wärmerzeugung)

Abhängig vom Kollektortyp wird jährlich (pro m² Fläche) Warmwasser mit einer thermischen Energie von etwa 200 bis 500 kW gewonnen.

Einfamilienhäuser werden in der Regel mit 6 m² Kollektorfläche versehen.

 

3.2.1. Flachkollektoren


Flachkollektoren sind Wärmefallen (Treibhauseffekt).
Sie können direkte und diffuse Sonnenstrahlung absorbieren und in Wärme umwandeln. Dann wird die Energie zu einem Speicher transportiert oder direkt zum Benützungsort.
Die Anwendung liegt im Niedertemperaturbereich.


 

3.2.1.1. Aufbau



Der Flachkollektor besteht aus einer durchsichtigen Einfach- oder Doppelverglasung (siehe folgende Abb.) hinter der sich die Absorberfläche mit dahinterliegender Dämmung befindet.


Als Absorberfläche werden Metalle (Kupfer, Stahl, Aluminium) wegen ihrer guten Wärmeleitfähigkeit verwendet und schwarz oder selektiv beschichtet (absorbieren besser kurzwellige Sonnenstrahlen).
Ein Transportmedium durchfließt den Kollektor und nimmt die Wärme auf.



 

3.2.1.2. Wirkungsgrad


Der Wirkungsgrad bezeichnet das Verhältnis von einfallender Sonnenenergie und genützter Wärmeenergie. Der Wirkungsgrad liegt zwischen 50- 80 %.

Verbessert werden kann er durch:
- hochwertigere Glasabdeckung
- selektiv beschichtete Absorberfläche
- gute Dämmung des Kollektors
- gute Wärmetauschereigenschaften der Absorbtionsfläche
- hohe Temperaturdifferenz zwischen Einstrahlungstemperatur und zufließendem Transportmedium

 

3.2.1.3. Flachkollektoren mit Flüssigkeitsmedium


Bei diesem Kollektor ist Wasser oder eine andere Flüssigkeit das Transportmedium. Wasser ist mit seiner hohen spezifischen Kapazität am günstigsten. Bei Temperaturen über 100 °C müssen Öle als Transportmedium fungieren.

Es existieren am Markt bereits einige Wasserkollektoren, die sich hauptsächlich im Aufbau der Absorberfläche und der Art der Wärmeweiterleitung unterscheiden. Das Angebot reicht von Flachkollektoren mit Wärmeohr bis hin zu Flachkollektoren mit Rollband- Absorber und vielen mehr.

Wasserkollektoren haben den Vorteil, daß die Anlage präzise zu regulieren ist und sie für alle Bereiche wie zum Beispiel Schwimmbadheizung, Brauchwassererwärmung oder Raumheizung eingesetzt werden kann.

Nachteilig wirken sich Rostgefahr, Einfrierungsgefahr im Winter, Austritt von Wasser an undichten Stellen und Überhitzung (im Fall, wenn keine Wärme verbraucht wird) aus.

 

3.2.1.4. Flachkollektoren mit Luftmedium


Bei diesen Kollektoren wird Luft als Transportmedium verwandt; somit fallen Korrosions-, Überhitzungs- und Einfrierprobleme weg.

Als Transportmedium reagiert Luft schnell, und das Speichermedium Stein ist billig zu erwerben. Energetisch günstiger ist auch der direkte Kontakt zwischen dem Transportmedium und dem Speichermedium.

Die Wärmespeicherkapazität der Luft ist jedoch schlecht und die Regulierung der Anlage schwierig.

 

3.2.1.5. Energiedach / Energiewand


Hierbei werden ganze Dachflächen und Fassaden mit großen unverglasten Niedertemperatur- Kollektoren ausgestattet. Die Oberflächentemperatur erreicht maximal etwa 85 °C.

Solche Energiewände oder Energiedächer können mit einem Wärmetauscher verglichen werden. Die Absorberfläche wird mit Unterstützung einer Wärmepumpe, die am Kreislauf angeschlossen ist, permanent kälter gehalten, als die Umgebungsluft. Die gewonnene Energie hat jedoch meist eine so niedrige Temperatur, daß erst mit Hilfe der Wärmepumpe das somit erhöhte Temperaturniveau genutzt werden kann.

Das Transportmedium ist in diesem Fall eine Spezialflüssigkeit (Sole) mit Frostschutzmittel. Der Absorber ist auch in der Lage aus Rauhreif, Regen, dünner Schneeschicht oder Eis, das sich auf dem Absorber abgelagert hat, Energie zu entziehen.

Doch dies birgt auch bauphysikalische Probleme, denn diese Feuchtigkeit, die auf der Außenseite der Absorberfläche willkommen ist, kann bei Warmdächern auf der Innenseite (Kondenswasserbildung) zu Schimmelbildung, Durchfeuchtung und erhöhtem Wärmeverlust führen. Dem kann das - bereits im Werk - dauerhafte Verbinden des Absorbers mit einer diffusionsdichten Wärmedämmung entgegenwirken.

Es gibt derzeit einige Varianten, wie die Absorberflächen aufgebaut sind. Ob sie nun aus einer großen Anzahl von Rohren bestehen oder aus zwei zusammengeschweißten Blechen mit integrierten Solekanälen, das Studieren von Fachliteratur und der Rat von Fachleuten ist unerläßlich.

Die Montage dieser großflächigen Elemente ist auf Fassaden, Warm- und Kaltdächer, Flachdächer und auf bereits vorhandene Dächer möglich (siehe folgende Abb.).



 

3.2.1.6. Ziegeldach als Niedertemperatur- Kollektor


Ziegeldächer weisen eine hohe Speicherkapazität auf und sind atmungsaktiv. Sie haben den Vorteil, daß sie wartungsarm und langlebig sind.

Energiedächer aus Ziegel können in heliothermischen-, heliovoltaischen- oder in Hybrid-Systemen ausgeführt werden.

 

3.2.2. konzentrierende Kollektoren


Die Kollektoren haben eine konkav ausgebildete Oberfläche und sind in der Lage je nach Bauart bis zu 4 000 °C herzustellen. Sie wirken ähnlich wie ein Brennglas und sind auch unter dem Namen Spiegelkollektoren bekannt.

Als Transportmedium wird meistens eine Flüssigkeit verwendet. Sie sind sehr anfällig gegen Verschmutzung, eine Glasscheibe (die häufig gereinigt werden muß) auf dem Spiegel kann dem entgegen wirken.

Die Strahlenkonzentratoren können meistens nur direkte Strahlung nützen. Dies bedeutet aber nicht, daß man diese Kollektoren nicht in gemäßigten Breiten verwenden kann.

Die Spiegelkollektoren sind allgemein richtungsgesteuert, das heißt, daß sie mittels einer automatischen Steuerung dem Sonnenlauf von Osten nach Westen nachfolgen.

Auch hier sollte man sich mit den verschiedenen Angeboten der Herstellerfirmen vertraut machen.

 

3.2.3. Sonstiges


Es gibt aber auch Lösungen, die kostengünstiger sind.

So hat Herr Baer 200 schwarze Wassertanks in einer Hauswand hinter Glasscheiben installiert und gewinnt dadurch Energie.

Oder zum Beispiel haben Herr Jellott und Herr Hay ein Wasserbecken am Dach angebracht und beziehen so Energie aus der Absorbtion der Sonnenstrahlen.

 

3.2.4. Solarzellen


Solarzellen oder Sonnenbatterien sind fähig Sonnenenergie in Strom umzuwandeln. Der Strom kann dann direkt genutzt werden oder in Batterien gespeichert werden. Hier spricht man von heliovoltaischen Kollektoren.

Eine Anlage mit einer Fläche von 10 m² gewinnt in Deutschland etwa 1 000 kWh Strom pro Jahr (vgl. jährlicher Stromverbrauch einer Familie etwa 3 200 kWh).

Heute werden Solarzellen aus Arseniur- Gallium hergestellt, und der Wirkungsgrad liegt bei etwa 18 %.

Sonnenbatterien finden nicht nur bei Raumschiffen Anwendung, sondern auch bei langlebigen wiederaufladbaren Batterien für viele elektrische Kleingeräte (Uhren, Taschenrechner etc.). Hierzu reicht bereits eine kleine Aufladestation aus.

Solarzellen sind in Zusatzantrieben von schwerkraftbewegten und passiven Lüftungs- und Solarheizsystemen eingebaut und betreiben Ventilatoren und Umwälzpumpen (mit sehr geringer Leistung). Leistungsstarke Arbeitsmaschinen sind jedoch nicht mit Solarbatterien zu betreiben.

Nachteile:
- geringe Leistung
- hohe Kosten
Vorteile:
- hohe Lebensdauer
- Betriebssicherheit

 

3.3. Orientierung der Kollektoren


Hierbei ist zu unterscheiden, ob die Nutzung
- vorwiegend für den Sommer (Neigung ca. 30 ° und Südausrichtung)
- für den Winter (Neigung ca. 60 ° und Südausrichtung)
- oder für das ganze Jahr (Neigung ca. 45 °)
gedacht ist.

Um möglichst viel diffuse Strahlung aufzufangen, muß der Kollektor nahezu horizontal gelagert sein.

Die Anordnung muß so erfolgen, daß die Kollektoren möglichst ungehindert besonnt werden (Kollektoren möglichst nie im Schatten).

Die Integration der Kollektoren bereitet immer noch Schwierigkeiten und läßt die Kollektoren oft als völlige Fremdkörper erscheinen. Doch gerade in der letzten Zeit sind durch die Mühen von Architekten und Fachingenieuren einige nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch wertvolle Lösungen entstanden.

 

3.4. Wärmespeichersysteme


Ein Problem der Sonnenenergienutzung ist ihre Speicherung. Wärmespeicher sind notwendig, um Nacht- und Tag-, sowie saisonal bedingte Unterschiede auszugleichen.

Dabei unterscheidet man:
- Kurzzeitspeicher (siehe auch passive Sonnenenergienutzung), die einige Stunden bis Tage Wärme liefern
- Langzeitspeicher, die die überschüssige Wärme vom Sommer für den Winter speichern

Die Speicherung der Wärme vom Sommer für den Winter ist zwar mit einem sehr hohen technischen und finanziellen Aufwand möglich, doch der hierzu benötigte Heißwasserspeicher müßte volumenmäßig etwa das gleiche Volumen einnehmen wie das Haus selbst.

Wärmeverluste werden unter anderem durch die Form, das Material und die Wärmedämmung des Speichers beeinflußt.

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3.4.1. Kurzzeitspreicher


Zu den Kurzzeitspeichern zählt man:
- Flüssigkeitsspeicher
- Tagesspeicher
- Feststoffspeicher
- Erdspeicher

 

3.4.1.1. Flüssigkeitsspeicher


Im unteren Bereich des Speichers wird ein Wärmetauscher eingebaut, der die Energie des geschlossenen Kollektorkreislaufes an den Speicher abgibt.

Speichermedien für Flüssigkeitsspeicher sind Wasser und Thermoöl (max. Temp. 430 °C). Wasserwärmespeicher sind am meisten verbreitet. Wasser hat die höchste spezifische Wärme und ist fähig, die größte Wärmemenge je Volumeneinheit zu speichern.

Die Tankgröße ist abhängig von den Gewohnheiten des Verbrauchers. Er sollte aber möglichst groß dimensioniert werden, um die wechselnde Verfügbarkeit der Sonnenenergie überbrücken zu können (Pufferspeicher).

Um Verkalkung und Korrosion einzudämmen, sollte man die Zapftemperatur nicht über 60 °C steigen lassen (vgl. Vollbadtemperatur etwa 40 °C).

Schlanke hohe Speicher bieten die Möglichkeit (in teilgeladenen Speichern bilden sich Temperaturschichten) in den verschiedenen Schichten Wärme mit der gewünschten Temperatur zu entnehmen.

Es gibt aber auch Speicher am Markt, die bereits über konzentrisch angeordnete Kammern mit drei verschiedenen Temperaturniveaus verfügen.

Zu Beginn der Heizperiode sollte die volle Speicherkapazität zur Verfügung stehen.

Der Speicher kann zugleich als Brauchwasserspeicher dienen, wenn er parallel zum Heizkessel geschaltet wird.

 

3.4.1.2. Tagesspeicher (für Brauchwasser)


Solche Kurzzeitspeicher erlauben auch eine größere Entnahme von Brauchwasser (z.B. Vollbad).
Falls die Wärmemenge des Speicherinhalts dafür nicht ausreicht, sorgt eine automatisch geregelte Zusatzheizung (z.B. Elektro) für Nachschub.

 

3.4.1.3. Feststoffspeicher


Steine und Erdmassen haben eine verhältnismäßig gute Speicherkapazität. Das Transportmedium Luft durchströmt die Speichermasse frei oder durch Kanäle und heizt oder kühlt den Feststoffspeicher.

Doch auch flüssige Transportmedien können bei Feststoffspeichern die Energie übertragen.

Steinspeicher können jedoch im Gegensatz zu Wasser nur ein Drittel der Wärmemenge pro Volumeneinheit speichern. Das bedeutet, daß Steinspeicher für die gleiche Leistung fast vier mal so groß wie Wasserspeicher sein müssen.

 

3.4.1.4. Erdspeicher


In etwa 0,5 - 2 Meter Tiefe wird ein Erdkollektor angebracht in dessen Rohren das Transportmedium zirkuliert.
Da die Speichertemperatur der Erde nur bei Zuführung von Hochtemperatur- Wärme nutzbringend ist, wird eine Wärmepumpe zugeschaltet.

 

3.4.2. Langzeitspeicher


Die Speicherung der Wärme vom Sommer (wo der Bedarf geringer ist, das Angebot aber groß) in den Winter ist nur mit sehr großem technischen und damit finanziellen Aufwand möglich, doch der hierzu benötigte Heißwasserspeicher müßte volumenmäßig etwa das gleiche Volumen einnehmen wie das Haus selbst.

Der Langzeitspeicher wird nach der Art der Wärmeaufbewahrung in den Latent- Wärmespeicher und den Speicher fühlbarer Wärme unterschieden.

 

3.4.2.1. Latent- Wärmespeicher


Als Latentwärme bezeichnet man die notwendige spezifische Umwandlungswärme, die dazu nötig ist, einen Stoff durch Zu- oder Abfuhr von Wärmeenergie in einen anderen Aggregatzustand umzuwandeln.

Dabei kommen vorwiegend Systeme in Frage, die in einem Temperaturbereich von etwa 30 °C - 95 °C ihren Aggregatzustand ändern, da dann die Energiezufuhr durch Warmwasser aus Flachkollektoren möglich ist.

Salzhydrate bieten sich als Speichermasse an, haben günstige chemische Eigenschaften und sind reichlich und preisgünstig vorhanden. Es sind jedoch auch andere Speichermassen möglich.

 

3.4.2.2. fühlbarer Wärmespeicher


Bei der Speicherung fühlbarer Wärme wird die Temperatur des Speichermediums durch die Energiezufuhr (Wärmezufuhr) erhöht, ohne daß sich der Aggregatzustand ändert.
Die zugeführte Energie kann bei Abkühlung wieder genutzt werden.

Die Wahl des Heizungssystems entscheidet über die verschiedenen Varianten der Speichermöglichkeit.

 

3.5. aktive Solar- Raumheizung


Im wesentlichen besteht das System aus folgenden Hauptbestandteilen:
- Sonnenkollektor (fängt Sonnenenergie auf und wandelt sie in Wärmeenergie um)
- Kollektorkreislauf (transportiert Wärmeenergie zum Speicher)
- Speicher (speichert Wärme zum späteren Verbrauch)
- Verteilerkreislauf (transportiert Wärme zu Wohnräumen und gibt sie dort ab)

Die derzeit gebauten Anlagen beweisen, daß die Systemvielfalt durch die vielen Variationsmöglichkeiten der Hauptbestandteile enorm ist.
So erfolgt bei dem Prinzip nach Raymond Telkes - um nur eines der vielen Prinzipien zu nennen - die Wärmeaufnahme mit Hilfe von Luftkollektoren, die Wärmespeicherung durch einen Latentspeicher und die Verteilung durch ein Luft- System.

Diese Solarsysteme können in mitteleuropäischen Breiten jedoch keine herkömmliches Heizungsystem ersetzen.

Um konventionelle Heizungssysteme durch aktive Nutzung der Sonnenenergie zu unterstützen werden die Kollektoren normalerweise entsprechend dem Heizmedium gewählt (Flüssigkeits- oder Luftkollektoren).

- Einsatz einer Wärmepumpe:
Unter gewissen Bedingungen ist der Einsatz einer Wärmepumpe durchaus sinnvoll. Sie gibt an das Heizungssystem ein brauchbares Temperaturniveau ab, indem sie ihrer Umgebung (relativ kalter Stoff) Wärme entzieht.
- Begleitenden Maßnahmen:
Der Einbau einer solaren Unterstützung der Raumheizung sollte nach Möglichkeit von folgenden Maßnahmen begleitet werden:
- möglichst großes Wärmespeichervolumen
- Einbau einer kontrollierten Lüftung (mit Wärmerückgewinnung)
- Verglasungen mit k- Werten unter 1,5 W / m²K
- zusätzliche Wärmedämmung von Außenbauteilen

 

3.5.1. Unterstützung von Warmwasser- Heizsystemen


In der Regel werden bei Ein- und Mehrfamilienhäuser Flüssigkeitskollektoren eingesetzt, die die gewonnene Wärme an das Warmwasser- Heizsystem direkt bzw. an den Speicher abgibt.

Der Einsatz von Niedertemperatur- Heizsystemen in Kombination mit Sonnenkollektoren ist empfehlenswert.

In den meisten Fällen wird die Solaranlage für die Warmwasserbereitung im Sommer dimensioniert und unterstützt darüber hinaus die Raumheizung in den Übergangszeiten. Die Wärme wird über ein Medium in den Speicher geleitet. Je nach Bedarf wird das Warmwasser für Brauchwasser bzw. Heizung abgezapft (siehe folgende Abb.).



 

3.5.2. Unterstützung von Luftheizsystemen


Luftkollektoren können Luftheizsysteme (z.B. in Hallen) relativ kostengünstig unterstützen. Dabei wird die erwärmte Luft direkt in die Halle eingeblasen. Die massiven Bauteile fungieren als Speichermassen.

Temperaturschwankungen lassen sich bei diesem System nicht ganz vermeiden.

Bei höheren Anforderungen an Lufthygiene und Raumklima müssen direkte oder indirekte Warmluftverteilungssysteme und Luftaufbereitungsanlagen vorgesehen werden.

Solar unterstützte Luftheizsysteme stellen bei Niedrigenergiehäusern in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung (Wärmerückgewinnung) eine Alternative zur zentralen Warmwasserheizung dar.

 

3.6. semi- aktive Raumheizung


Von semi- aktiver Raumheizung spricht man, wenn die Raumerwärmung durch Absorption und Speicherung in der Baumasse (Ziegel, Stein, Beton, Wasser etc.) erfolgt (siehe auch Hay und Jellott).

Es ist also dabei kein Sonnenkollektor notwendig.

 

3.7. aktive Solarsysteme zur Brauchwassererwärmung


Unter ökologischen Gesichtspunkten ist die aktive Nutzung der Sonnenenergie zur Brauchwassererwärmung im Niedertemperaturbereich sehr sinnvoll.

Die Effizienz ist wesentlich von der Übereinstimmung der einzelnen Bestandteile einer Solaranlage abhängig.

Im Sommer decken sich Energiebedarf und Angebot an Sonnenenergie. Der Energiebedarf ist (im Gegensatz zur Gebäudeheizung) jahreszeitlich unabhängig.

In den Übergangszeiten und vor allem im Winter muß in der Regel die konventionelle Heizung die Erwärmung des Brauchwassers teilweise oder ganz übernehmen.

Der Nutzen einer solaren Brauchwassererwärmung kann verbessert werden durch:
- Nutzerverhalten (Verbrauch zeitlich an Strahlungsangebot anpassen)
- Anschluß von Geschirrspül- und Waschmaschine an Brauchwasserversorgung

 

3.7.1. Aufbau


Wenn die Sonnenstrahlung zur Erwärmung des Brauchwassers im oberen Speicherbereich nicht ausreicht, wird das Wasser vom Heizkessel mittels eines zweiten Wärmetauschers nacherwärmt.
Der Heizkessel sollte dabei in langen Intervallen und möglichst in den Abendstunden laufen (da für diesen Tag keine Sonneneinstrahlung mehr möglich ist).


 

3.7.2. Kosten


Die Preisangaben beziehen sich auf betriebsfertige Systeme (einschließlich Brauchwasserspeicher) und liegen etwa zwischen DM 1 000 und 2 200 pro m².

Solaranlagen in Mehrfamilienhäusern sind wirtschaftlicher als in Einfamilienhäuser. Reihenhäuser sollten deshalb die Anlage (mit einzelnen kleinen Heizungszentralen) zur gleichzeitigen Versorgung mehrer Häuser vorsehen.

 

3.8. aktive Solarsysteme zur Schwimmbadheizung


 

3.8.1. Schema Solarschwimmbadheizung in geschlossenem Kreislauf



 

3.8.2. Freibäder


Besonders bei Freibädern (die nicht im Winter betrieben werden) ist die Beheizung des Schwimmbadwassers rentabel.
Energiebedarf und Strahlungsintensität decken sich während den Sommermonaten.

Kostengünstige, einfache, matten- und schlauchförmige Kunststoffabsorber (ohne Wärmedämmung und Abdeckung) haben sich dabei bewährt.

Die Dimensionierung der Absorberfläche sollte etwa 1 / 3 bis 2 / 3 der Beckenfläche betragen.

Wenn leichte Temperaturschwankungen des Wassers akzeptiert werden können (ohnedies mäßiger Badebetrieb bei schlechtem, sonnenscheinarmen Wetter), kann eine Zusatzheizung eingeschränkt bzw. auf sie verzichtet (vor allem bei privaten Freibädern) werden.

 

3.8.3. Hallenbäder


Treten in den Sommermonaten Überschüsse auf, können diese zur Brauchwassererwärmung genutzt werden.

Bei Hallenbäder sind abgedeckte Sonnenkollektoren sinnvoller.

 

3.9. Auswahlkriterien


Folgende Auswahlkriterien sollten nach Möglichkeit berücksichtigt werden:
- Gläser nach Möglichkeit mit:
- Sicherheitsglas ESG
- eisenarm
- 4 mm dick
- Prismenstruktur (vermeiden unangenehme Blendungen)
- Gehäuse korrosionsbeständig
- UV- beständige Dichtungen (licht- und witterungsgeschützt montiert)
- Vollkupferabsorber mit Selektivbeschichtung
- k- Wert < 4 W / m²K
- Wasserspeicher groß dimensionieren (doppelter Tagesbedarf)
- Leitungen in der Regel aus Edelstahl oder Kupfer (beständig bei 180 °C und gleichzeitig 10 bar)
- Temperaturdifferenzregelung etc.

Aus Rentabilitätsgründen muß jeder Bestandteil einer Solaranlage eine hohe Lebensdauer aufweisen.

 

3.10. Schlußbemerkung


Durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten von
- Standortfaktoren
- Sonnenkollektor
- Kollektorkreislauf
- Speicher
- Verteilersystem
- Eigenleistungen
- Umweltaspekten
- individuellen Verbraucherverhalten etc.
lassen sich viele Rechnungen über die Rentabilität einer solchen Anlage aufstellen.

Diese Solarsysteme können in mitteleuropäischen Breiten jedoch kein herkömmliches Heizungsystem ersetzen.

Vor allem im Winter kann einen Nutzung der Solarenergie in einem Einfamilienhaus im günstigsten Fall 20 % des Wärmebedarfs decken. Der Deckungsgrad (Sonnenenergieanteil am Gesamtenergieverbrauch) liegt - alle Faktoren berücksichtigt - zwischen 20- 80 % des Wärmebedarfs.

 



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