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 2. Private Sauna


2.1. Vorbemerkung

Die Sauna stellt die am weitesten verbreitete Art des Steinschwitzbades dar.
Ihre Anfänge findet diese Badeform in Asien und erfreute sich später vor allem in kalten und gemäßigten Zonen großer Beliebtheit.

Das Saunabad (finnische Sauna) unterscheidet sich von anderen Badeformen im wesentlichen durch den mehrmaligen Wechsel zwischen dem Aufheizen des Körpers, bedingt durch den Aufenthalt in einem relativ trockenen, heißen Raum, und dem Wiederabkühlen des Körpers mittels kalter Luft und kaltem Wasser (Dusche, Tauchbecken, Güsse).

Der Einbau einer Sauna kann aus vielen Motivationen heraus begründet werden, wie z.B.:
- Erholung
- Entspannung
- Abhärtung
- Hautreinigung
- gesundheitliche Aspekte
- Leistungssteigerung
Das optimale Saunaklima wird u.a. von folgenden Faktoren bestimmt:
- niedriger Luftfeuchte
- hoher Lufttemperatur (ca. 40 °C am Fußboden, ca. 100 °C unter der Decke)
- zugloser ausreichender Frischluftzufuhr
- zuglosem Abtransport von verbrauchter, feuchter Luft


Da die Sauna einen festen Bestandteil (z.B. vgl. mit Bad) des Gebäudes darstellt und mit einem nicht unerheblichen Kostenaufwand verbunden ist, ist eine gewissenhafte Planung notwendig.

Private Familiensaunen bieten in der Regel für zwei bis fünf Personen Platz.

 

2.2. Planungsgrundlagen


Um Entspannung und Erholung zu ermöglichen, sollte in jedem Fall ein ruhiger, aber dennoch gut erreichbarer Standort für den Einbau der Sauna gewählt werden.

Um ihre Attraktivität für Benutzer zu sichern, sollte sie nicht in abgeschiedenen, ungeeigneten Winkeln oder Ecken, die ohnehin für keine andere Nutzung geeignet sind, angeordnet werden.

Wasser- , Abwasser- und Stromanschlußmöglichkeiten müssen am gewählten Standort gegeben sein.

Eine evtl. Angliederung an Schwimmbecken oder ähnliches sind in der Regel zu bevorzugen.

 

2.2.1. Gebäude


Grundsätzlich sind alle Geschosse für den Einbau einer Sauna geeignet.

Der nachträgliche Einbau von Anschlüssen ist in der Regel möglich, erhöht jedoch die Kosten und erfordert lästige Baumaßnahmen (Lärm, Dreck).

Bei geeigneter Grundrißanordnung kann eine Mitbenutzung der bereits vorhandenen Sanitäreinrichtungen und Wohnräume (Umkleiden, Ruhen) zur Kostensenkung beitragen.

Die Raumhöhe erfordert eine lichte Höhe von mindestens 2,25 m. Dies kann bei der Anordnung in Dach- und Kellerräumen zu Problemen führen (Abhilfe: z.B. Absenken des Fußbodenaufbaues in Kabinenbereich).

Im Handel werden viele verschiedene Kabinen angeboten.

 

2.2.2. Garten


Auch hier kann eine mögliche Mitbenutzung der bereits vorhandenen Sanitäreinrichtungen und Wohnräume für die Standortwahl in Betracht kommen.

Um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen, sollten Witterungseinflüsse und damit erforderliche Schutzmaßnahmen (Windschutz, Regenschutz etc.) nicht außer Acht gelassen werden.

Ggf. gewährleistet ein Sichtschutz ungestörte Bewegung im Freien.

Blockhäuser werden in den verschiedensten Varianten auf dem Markt angeboten.

 

2.3. Funktionsschema


Um den Anforderungen und dem reibungslosem Ablauf eines Saunabetriebes gerecht zu werden, sollte man folgendes Funktionsschema (siehe folgende Abb.) beachten.


 

2.4. Größe einer Familiensauna


Anlage Beispiele Sauna
in m²
Umkleideraum
in m²
Ruheraum
in m²
Duschraum
in m²
Abkühlung
in m²
Freisitz
in m²
WC
in m²
Summe der Nutzflächen
in m²
eingebaute Kleinstsauna im Bad 1,0

Benutzung der im Haus vorhandenen Einrichtungen

      ca.1,0
eingebaute Kleinstsauna im Keller (A) 1,0

Benutzung der im Haus vorhandenen Einrichtungen

1,7- 2,7       ca.5,8- 12,7
eingebaute Kleinstsauna im Keller (B) ca.3,1


ca.11


ca.6,5

    ca.18,7- 21,5
eingebaute Saunaanlage in Wohnhaus 3,0


15- 17

  8,8- 9,2   3,0 ca.29,5- 31
eingebaute Saunaanlage in Wohnhaus (Keller) ca.3,1 5,0- 6,3   6,0- 7,4


8,0- 9,2

3,0 ca.26- 29
freistehenden Sauna mit drei Saunaplätzen 1,7- 4


1,9- 6

  3,5   ca.6,6- 14
freistehende Sauna mit vier Saunaplätzen 1,7- 4


2,8- 8


1,9- 6

4,5   ca.10,8- 24
Anlage Beispiele Sauna
in m²
Umkleideraum
in m²
Ruheraum
in m²
Duschraum
in m²
Abkühlung
in m²
Freisitz
in m²
WC
in m²
Summe der Nutzflächen
in m²

 

2.5. Baustoffe


Grundsätzlich sind für den Saunabau keine Baustoffe geeignet, die sich nach dem Aufheizen durch eine große Wärmeabstrahlung auszeichnen.
Sie tragen zur Verschlechterung des Saunaklimas bei.
Ungeeignete Baustoffe sind z.B.:
- gipsgebundene Platten
- gebundene Korkplatten
- Leichtbetonsteine

 

2.5.1. Dämmstoffe


Die Wärmedämmung wird an der Innenseite der Saunakabine angebracht. Dies bedingt eine kürzere Aufheizzeit und eine Vermeidung von Wärmebrücken.

An die Dämmstoffe werden erhöhte Anforderungen gestellt:
- wasserabweisend
- nicht brennbar
- hohen Temperaturen standhalten, dabei aber keine toxischen Gase freisetzen
- form- und raumbeständig
- geruchsfrei

Zwischen Saunakabine und angrenzenden Räumen bzw. Außenraum treten erhebliche Temperaturdifferenzen (bis etwa 130 Kelvin) auf. Dies erfordert eine zusätzliche Dämmung. Dabei gilt, je dicker die Dämmschicht, um so weniger Energieverluste treten auf.

Unter dem Kapitel Baustoffe, Abschnitt Dämmstoffe wird auf die Eigenschaften dieses Baustoffes näher eingegangen.

 

2.5.2. Holz


Für Wand-, Deckenverkleidung und Sitzstufen der Saunakabine wird der Baustoff Holz verwendet.

Das Holz hat folgende Vorteile:
- gute Dämmeigenschaften
- geringe Wärmestrahlung
- große Festigkeit
- leichte Bearbeitbarkeit
- vermittelt den Charakter einer finnischen Sauna

Darüber hinaus paßt es sich der jeweils herrschenden Feuchtigkeit an und wirkt sich somit positiv auf das Klima in der Sauna aus.

Das Holz ist besonders in der Saunakabine extremen Bedingungen (kalt/warm, trocken/naß) ausgesetzt. Dies kann neben verstärktem Schwinden und Quellen zu Fäulnisbildung führen. Deshalb ist unbedingt darauf zu achten, daß Einbauten aus Holz stets gut durchlüftet sind.

Durch Behandlung mit heißen Gasen oder Auslaugen mit kaltem Wasser, Kochen und Dämpfen kann das "Arbeiten" des Holzes erheblich herabgesetzt werden.

Sowohl vergütetes Vollholz (Tränkholz) als auch Lagerholz (verleimte Holzschichten) sind für den Einsatz in der Sauna nicht geeignet.

Die Verschalung der Saunakabine muß aus harzfreien, trockenen Holzarten bestehen. Dabei ist auf die richtige Anordnung bzw. Verbindung der Bretter zu achten, um Volumen- und Gestaltveränderungen schadlos aufnehmen zu können.

Unter dem Kapitel "Baustoffe - Holz" wird auf die Eigenschaften dieses Baustoffes näher eingegangen.

In folgender Tabelle sind die für den Saunabau geeigneten Holzarten aufgelistet.

Holzart Farbe Dauerhaftigkeit Anwendung
Ahorn LH weiß- gelblich sehr gut Ausbau
Birke LH weiß- gelblich gut (nur imTrockenen) Ausbau, Sitzstufen
Erle LH gelbrot bis hellbraun gut (nur im Wasser) Ausbau, Sitzstufen
Fichte NH hellgelb bis hellrot schlecht (bei Wechsel trocken/naß) Ausbau, Sitzstufen
Kastanie LH gelblich geringer Ausbau, Sitzstufen
Kiefer NH gelbrot bis hellbraun gut (bei Wechsel trocken/naß) Ausbau, Türen
Lärche NH gelb bis rötlich sehr gut Türen, Fenster, Ausbau
Linde LH hellgelb geringer Ausbau, Sitzstufen
Pappel LH hellgelb geringer Ausbau, Sitzstufen
Tanne NH gelblich- weiß geringer Ausbau, Sitzstufen, Innenverkleidung
LH - Nadelhölzer
NH - Laubhölzer

 

2.6. Lüftung


Um ein optimales Saunabad zu ermöglichen, müssen manuell verstellbare Be- und Entlüftungsöffnungen in der Kabine angeordnet werden.

Dabei spielt die Art ihrer Anordnung eine wesentliche Rolle (Belüftungsöffnung: Anordnung in unmittelbarer Umgebung des Ofens, Entlüftungsöffnung: Anordnung ca. 80 cm unter der Decke an der dem Ofen gegenüberliegenden Wand).

Von einer mechanischen Be- und Entlüftung sollte Abstand genommen werden.

 

2.7. Konstruktionen der Saunakabine


Die Saunakabine stellt erhöhte Anforderungen an Konstruktion, Wärmedämmung, Dichtung und Dampfsperre.

 

2.7.1. Dampfsperre


Die Dampfsperre ist extrem hohen Temperaturbelastungen ausgesetzt.
Deshalb haben sich korrosionsbeständige Metallbleche, -folien und -bahnen aus Aluminium, Kupfer oder Zink, die durch Falzen, Kleben, Heften oder Nageln verbunden werden, bewährt.

Die Dampfsperre wird an den Wänden vor der Wärmedämmung zum Innenraum hin angebracht.

 

2.7.2. Wandkonstruktionen


Aufbau Ziegelaußenwand:
Aufbau Holzkonstruktion Saunaaußenwand:
Aufbau Blockbau Saunaaußenwand:

 

2.7.3. Deckenkonstruktionen


Der Deckenaufbau muß Wasserdampfdiffusion gewährleisten, da die Deckenkonstruktion keine Dampfsperre (ansonsten Tropfwasserbildung) enthalten darf.

Aufbau Decke einer freistehenden Saunaaußenwand:

 

2.7.4. Fußboden


Fußböden müssen u.a. folgenden Anforderungen gerecht werden:
- Schall- und Wärmeschutz
- Widerstandsfähigkeit
- Reinigung

Der Fußboden wird mit einem Gefälle (ca. 1,5 %) zur Türe versehen.

Eine Bodenentwässerung wird außerhalb der Saunakabine in der Nähe der Türe (Aussparung in Schwelle vorsehen) angebracht.

Die Fußbodenoberfläche besteht in der Regel aus Holz, Kunst- oder Ziegelsteinplatten oder Beton. Fußböden aus gestampftem Lehm finden nur noch selten in freistehenden privaten Saunen Anwendung.

Auf die Fußbodenoberfläche wird ein Laufrost aus Holz bzw. Kunststoff aufgelegt, der regelmäßig desinfiziert und bei der Reinigung des Fußbodens entfernt werden muß.

 

2.7.5. Fußbodenkonstruktionen





Unter dem Kapitel Baustoffe, Abschnitt Bodenbeläge wird auf die Eigenschaften dieser Baustoffe näher eingegangen.

 

2.8. Saunaofen


 

2.8.1. Anordnung


Der Saunaofen sollte an der Wand und nach Möglichkeit in einer Ecke der Sauna angeordnet werden.

Materialien wie Metall, Keramikplatten oder dgl. sollten aufgrund ihrer hohen Wärmeabstrahlung (nach Erwärmung) nicht im Bereich des Ofens angebracht werden.

Holzgitter schützen die Benutzer vor Kontakten mit dem heißen Ofen.

 

2.8.2. Steine


Die Steinmenge ist von dem Volumen der Sauna und dem Ofen abhängig.

Die Steine müssen gegenüber starken Temperaturschwankungen unempfindlich sein, einer Temperatur bis zu etwa 900 °C standhalten und dabei keine Gase entwickeln.

Beispiele für geeignete Steine sind:
- Basalte
- Gneise
- Diorite
- Granite

 

2.8.3. Öfen mit unterbrochener Beheizung


Öfen mit unterbrochener Beheizung erfordern eine größere Menge an Steinen, da diese zur Wärmespeicherung dienen.

Die Steine, die oberhalb der Feuerstelle angebracht sind, werden vor dem Bad stark erhitzt.

Vor Badebeginn wird das Feuer gelöscht. Die Steine geben dann ihre Wärme relativ langsam an die Saunaluft ab.

Diese langsame Luftumwälzung ist, im Vergleich zur schnelleren Luftumwälzung bei Öfen mit fortlaufender Beheizung, dem Saunaklima zuträglicher.

 

2.8.4. Öfen mit fortlaufender Beheizung


Dabei dienen die Steine ausschließlich dem Aufguß.

Diese Öfen sind in der Regel im Vergleich zu Öfen mit unterbrochener Beheizung kleiner. Sie sind meistens nicht wärmegedämmt und geben ihre Wärme in Form von Strahlungswärme an den Saunaraum ab.

Elektroöfen und Öfen mit Feuerungsraum (überwiegend mit Holz beheizt) sind die gebräuchlichsten Öfen dieser Art.

 

2.9. Saunafenster


Aus wärmeschutztechnischen Gründen sollte auf ein Fenster verzichtet werden.

Ist dies jedoch aus gestalterischen oder anderen Gründen erwünscht, sollte das Fenster so klein wie möglich gehalten werden.

Dabei dürfen nur Holzfenster verwendet werden. Ein innenliegender Fensterladen dient als zusätzlicher Wärmeschutz. Die Brüstungshöhe sollte etwa 75 cm über dem Fußboden betragen.

Saunafenster in einem Massivgebäude können mit dem Außenfenster durch einen Holztunnel verbunden werden.

 

2.10. Saunatüren


Generell muß bei dem Einbau der Türe auf Dichtigkeit (Zugvermeidung) geachtet werden.

Eine Schwelle von etwa 15 cm Höhe trägt zur Einschränkung von Wärmeverlusten bei.

Die Türöffnung sollte aus Energiespargründen möglichst klein ausgebildet sein (z.B. Breite 700 mm, Höhe 1 850 mm).

In der Regel besteht die aufgedoppelte Türe aus Lärchen- oder Kiefernholz und schlägt nach außen auf.

Der Türgriff wird aus Holz angefertigt.

Sichtfenster (Isolierverglasung) dienen zur Überwachung von Badenden und werden nach außen mittels Schieber verschlossen. Sie finden vor allem in größeren Saunen Anwendung.

 




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