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2. Warmwasserbereitung


2.1. Vorbemerkung
Warmwasserbereitungsanlagen werden auch als Wassererwärmungs- oder Brauchwassererwärmungsanlagen bezeichnet.

Neben der Heizungsanlage nimmt die Warmwasserbereitungsanlage einen erheblichen Anteil der jährlichen Gesamtenergiekosten in Anspruch.

Der Energieverbrauch ist von folgenden Kriterien abhängig:
- Wärmeerzeuger
- Wirkungsgrad
- Qualität der Wärmedämmung der Verteilungsleitungen
- Länge der Verteilungsleitungen

 

2.2. Bestandteile
2.3. dezentrale Warmwasserversorgung
A 2.3.1. Bauarten (Boiler, Speicher, Durchlauferhitzer)
A 2.3.2. Geräte
A A 2.3.2.1. Gas- Wasserheizer
A A 2.3.2.2. gasbeheizter Warmwasserspeicher
A A 2.3.2.3. gasbeheizter Warmwasser- Durchlauferhitzer
A A 2.3.2.4. Elektro- Heißwasserspeicher
A A 2.3.2.5. Elektro- Boiler
A A 2.3.2.6. Elektro- Durchlauferhitzer
A A 2.3.2.7. Heizwasserbeheizter Durchlauferhitzer
2.4. zentrale Warmwasserversorgung
A 2.4.1. Trinkwassererwärmungsanlagen mit eigenem Kessel
A 2.4.2. Trinkwassererwärmungsanlagen mit Wassererwärmung durch das Heizwasser
A A 2.4.2.1. einwandige Speicher
A A 2.4.2.2. Doppelmantelspeicher
A A 2.4.2.3. Durchlauf- Brauchwasserbereiter
A A 2.4.2.4. Heizkessel mit integriertem Warmwasserbereiter
A A 2.4.2.5. Fernwärmeversorgung
A 2.4.3. Warmwasserverteilung
A A 2.4.3.1. Rohrleitungen
A 2.4.4. aktive Solarsysteme zur Brauchwassererwärmung
_____(siehe Kapitel "aktive Nutzung der Sonnenenergie")

 

2.2. Bestandteile


Eine Warmwasserbereitungsanlage ist aus folgenden Bestandteilen aufgebaut:
- Trinkwassererwärmer
- Warmwasserverteilungsnetz (bis zu den Entnahmestellen)
- ggf. Zirkulationsleitungen (inkl. Sicherheitseinrichtungen)

Ähnlich wie bei Heizungsanlagen unterscheidet man zwischen zentraler und dezentraler Warmwasserversorgung.

 

2.3. dezentrale Warmwasserversorgung


Meist werden dezentrale Warmwasserversorgungsanlagen in einer Einheit (z.B. Mietwohnung) oder direkt an der Entnahmestelle installiert. Es entfallen lange Rohrleitungswege und die damit verbundenen Wärmeverluste.

Diese Form der Wasserversorgung kommt vor allem in Altbauten zum Einsatz, wo keine Warmwasserheizung vorhanden ist.

Dezentrale Warmwasserversorgungsanlagen werden vor allem mit Gas und Strom betrieben.

Sogenannte Badeöfen (betrieben mit Kohle, Gas, Strom oder Holz) werden (geringer Komfort, Luftverunreinigung) nicht mehr eingebaut.

 

2.3.1. Bauarten


- Boiler:
Boiler sind drucklos und nicht wärmegedämmt.
Sie werden kurz vor der beabsichtigten Wasserentnahme eingeschaltet. Bei Erreichen der gewählten Temperatur schalten sie sich automatisch ab.
Sie sind relativ preisgünstig und wirtschaftlich im Betrieb.
- Speicher:
Speicher sind wärmegedämmt und vor allem für Stoßbetrieb mit großem Bedarf an Warmwasser geeignet. Das Wasser kann über einen längeren Zeitraum entnommen werden.
Bei Verwendung elektrischer Energie sollten die günstigeren Nachttarife ausgenützt werden.
- Durchlauferhitzer:
Durchlauferhitzer sind Geräte mit hohem Anschlußwert und geringem Inhalt.
Das Wasser wird beim Durchströmen der Rohrschlange schnell erwärmt.
Die Regelung erfolgt thermisch (Thermostat) oder hydraulisch.

 

2.3.2. Geräte


 

2.3.2.1. Gas- Wasserheizer


Ähnlich wie bei Einzelheizungen sind die saubere Verbrennung, schnelle Verfügbarkeit und der hohe Wirkungsgrad bei gasbetriebenen Einzel- Warmwasserheizern von Vorteil.

Aufstellung und Anschluß dürfen (nach den Technischen Regeln für Gas- Installation)
nur von autorisierten Betrieben vorgenommen werden.

Die Leistungen liegen zwischen 18 und 28 kW.

Gas- Wasserheizer, die an den Schornstein angeschlossen sind, sollten (bei Raumluftverbund) nicht gleichzeitig mit einer Küchendunstabzugshaube in Betrieb sein (Unterdruck: Kohlenmonoxid !).

 

2.3.2.2. gasbeheizter Warmwasserspeicher


Sie sind für kurzfristig benötigte größere Wassermengen (geringere Anschlußwerte) geeignet.

Sie werden angeboten in:
- verschiedenen Speicherkapazitäten
- verschiedenen Heizleistungen (abhängig von Speicherinhalt und Aufheizdauer)
- verschiedenen Größen
- mit oder ohne Schornsteinanschluß

 

2.3.2.3. gasbeheizter Warmwasser- Durchlauferhitzer


Sie sind für stoßweisen Betrieb mit stark wechselndem Wasserbedarf geeignet.
Sie werden ohne oder mit Schornsteinanschluß und als Außenwandgerät angeboten.

 

2.3.2.4. Elektro- Heißwasserspeicher


Für die Warmwasserversorgung von einzelnen Zapfstellen (z.B. Waschbecken) wird ein elektrisches Kleingerät (Inhalt bis ca. 10 Liter) an die Steckdose (Anschlußwert ca. 2- 3 kW) angeschlossen.

Die Anlage (drucklos oder druckfest ausgebildet) ist wärmegedämmt.

Elektro- Heißwasserspeicher können auch an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden, wenn die Brauchwassertemperatur an einzelnen Entnahmestellen, für die individuellen Bedürfnisse, zu kühl ist.

 

2.3.2.5. Elektro- Boiler


Boiler sind drucklos und nicht wärmegedämmt.

Sie werden kurz vor der beabsichtigten Wasserentnahme eingeschaltet. Bei Erreichen der gewählten Temperatur schalten sie sich automatisch ab.

Sie sind relativ preisgünstig und wirtschaftlich im Betrieb.

 

2.3.2.6. Elektro- Durchlauferhitzer


Sie finden vor allem bei der dezentralen Warmwasserversorgung von Duschen und Badewannen (Zapfstellen mit höherem Wasserbedarf) in Altbauten Einsatz.

Die Wasserentnahme ist gut regelbar.

Elektro- Durchlauferhitzer brauchen wenig Platz und keinen Kaminanschluß.

Sie müssen vom zuständigen Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) genehmigt werden.

Aus Preisgründen sollten günstigere Nachtstromtarife genutzt werden. Dies bedingt eine größere Dimensionierung des Durchlauferhitzers.

Die hohen Anschlußleistungen (11, 18, 24, 33 kW) fordern im allgemeinen stärker ausgelegte Stromleitungen. Die Grundpreispauschalen der Stromrechnung sind relativ hoch.

Die Durchflußmenge in l / min beträgt etwa die Hälfte der angegebenen Leistung. Die Durchflußmenge eines Elektro- Durchlauferhitzers 24 kW beträgt etwa 12 l / min.

 

2.3.2.7. Heizwasserbeheizter Durchlauferhitzer


Sie vereinen in sich die Vorteile der zentralen und dezentrale Wasserversorgung, wie z.B.:
- geringen Wärmeverlusten durch Leitungen
- vereinfachte Abrechnung über Wärmemengenzähler und Kaltwasserverbrauch
- Nutzung von regenerativen Energien (Sonnenenergie, Wärmepumpe, Abwärmenutzung etc.)

Heizwasserbeheizte Durchlauferhitzer kommen vor allem bei schrittweisen Altbausanierungen in Frage, da nur Vor- und Rücklaufleitungen eingebaut werden müssen (Warmwasserverteil- und Zirkulationsleitungen sind nicht notwendig).

 

2.4. zentrale Warmwasserversorgung


Zentrale Warmwasser- Bereitungsanlagen versorgen über ein Leitungsnetz verschiedene, weit auseinanderliegende Entnahmestellen.

Die zentrale Warmwasserversorgung (Brauchwasserbereitung) bietet erheblich mehr Komfort als dezentrale Anlagen. Der Wirkungsgrad ist jedoch geringer (Wärmeübergangsverluste, Leitungsverluste).

Zur Energieeinsparung bei zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen tragen folgende Kriterien bei:
- besondere Warmwasserspeicher mit verbesserter Wärmedämmung
- gute Regelbarkeit von Heizkessel und Warmwasserspeicher
- Einsatz erneuerbarer Energiequellen (Solarenergie, Windenergie etc.)
- möglichst geringe Einstellung der Brauchwassertemperatur

 

2.4.1. Trinkwassererwärmungsanlagen mit eigenem Kessel


Die Warmwasserbereiter verfahren nach dem gleichen System wie bei der dezentralen Warmwasser- Versorgung. Sie werden mit Öl, Gas, evt. Kohle oder Strom betrieben.

Für wechselnden, geringen Verbrauch werden Durchlauferhitzer (etwa 9 - 15 l / min), für großen, stoßweisen Verbrauch Speicher (in der Regel ca. 100 - 300 Liter Inhalt) eingebaut.

Da die Anlage unabhängig von der Heizungsanlage läuft, kann diese im Sommer ganz abgeschalten werden.

Für kleinere Verbrauchseinheiten (z.B. Reihenhaus) gestalten sich die Investitionen preisgünstiger als es bei Trinkwassererwärmungsanlagen mit Wassererwärmung durch das Heizwasser der Fall ist.

Der Einsatz von Sonnenenergie zur Brauchwasser- Bereitung ist dabei jedoch in der Regel nicht möglich.

 

2.4.2. Trinkwassererwärmungsanlagen mit Wassererwärmung durch das Heizwasser


In der Regel übernimmt der Heizkessel gleichzeitig die Brauchwassererwärmung.

Bei neueren Anlagen ist das Brauchwasser nichr mehr an die Kesseltemperatur gekoppelt und kann somit beliebig eingestellt werden.

Die Wärme des Heizwassers (bzw. die Wärme des Heizmediums Dampf oder Heißwasser der Fernwärmeversorgung) wird mittels Wärmetauscher an das Brauchwasser abgegeben.


 

2.4.2.1. einwandige Speicher


In den Speicher sind Heizregister oder Heizschlangen eingebaut. Sie werden vom Heizmedium durchströmt und geben die Wärme ohne Verluste an das Brauchwasser ab.

Der Speicher muß vor Korrosion geschützt werden (Magnesium- Opferanode oder spezielle Innenbeschichtung), und die Stahl- bzw. Kupferrohre müssen herausziehbar sein.

 

2.4.2.2. Doppelmantelspeicher


Das Heizwasser umspült in einem äußeren Doppelmantel das Brauchwasser.
Die Wärmeübertragung ist dabei weniger optimal.

 

2.4.2.3. Durchlauf- Brauchwasserbereiter


In Röhren (druckfest ausgebildet) durchströmt das Brauchwasser das Heizwasser und erwärmt sich dabei.

Bedingt durch die hohe Fließgeschwindigkeit besteht (im Gegensatz zum einwandigen Speicher) keine Korrosionsgefahr.

Ggf. wird die Raumheizung für die Dauer der Wasserentnahme (Brauchwasser- Vorrangschaltung) gedrosselt.

 

2.4.2.4. Heizkessel mit integriertem Warmwasserbereiter


Die zentrale Warmwasserbereitung in Kombination mit gas- oder ölbetriebenen Heizungsanlagen stellt heute bei den meisten Wohnungen (mit Warmwasserheizung) den Regelfall dar.

Der Durchlauferhitzer bzw. der Speicher (Aufbau wie eben genannt) ist in einem kombinierten Kessel (Warmwasserheizung und Brauchwassererwärmung) eingebaut.

Der Wirkungsgrad einer Warmwasserbereitung ist von der Beschaffenheit des Wärmeerzeugers und der Auslastung abhängig.

Mit Hilfe einer Brauchwasser- Vorrangschaltung wird der Warmwasserspeicher bzw. Durchlauferhitzer unabhängig von den Bedingungen des Heizungsbetriebs auf Soll- Temperatur gehalten. Ggf. wird die Raumheizung für die Dauer der Wasserentnahme gedrosselt.

- mit Durchlauferhitzer:
Durchlauferhitzer weisen eine relativ geringe Leistung bei kleiner Kesselleistung auf.
- mit Speicher:
Die Kombination mit einem Speicher ermöglicht es, größere Warmwassermengen zu entnehmen (Speicherinhalt 80 - 200 Liter und größer).
Dabei sollten die Speicher möglichst keine konstruktionsbedingten Wärmebrücken aufweisen.
Die Wärmedämmung sollte bei einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe von 035 mindestens 70 mm dick sein und den Speicher lückenlos umschließen.
Schlanke hohe Speicher haben warme und kalte Wasserschichten. Bei Entnahme werden die einzelnen Temperaturschichten nicht durchmischt. Der Speicherinhalt kühlt sich nicht ab.
Die Temperaturfühler sollten so angeordnet sein, daß die Aufheizung nur ein bis zweimal täglich durchgeführt wird. Darüber hinaus kann die Betriebszeit meistens mittels einer Schaltuhr gesteuert werden.
Bei liegenden und kleinen Speicher bewirken bereits geringe Wasserentnahmen eine Durchmischung der Temperaturschichten, der Speicherinhalt kühlt ab und der Heizkessel muß im Vergleich zu hohen schlanken Speichern öfters gestartet werden.
Eine Trennung des Heizkessels vom Warmwasserspeicher ist energetisch gesehen günstiger.
Der Speicher wird indirekt mittels Leitungen und Wärmetauscher mit dem Heizwasser verbunden.
Die Temperaturregelung ist über eine Warmwasserladepumpe möglich. Sie ist mit einer Brauchwasser- Vorrangschaltung verbunden, die ggf. die Heizwärmeverteilung für die Dauer der Wasserentnahme unterbricht.
Für Kleinanlagen werden in der Regel Warmwasserspeicher mit einem Volumen von 400 Liter eingebaut.

 

2.4.2.5. Fernwärmeversorgung


Der Gegenstromapparat überträgt die Wärme des Dampfes bzw. des Heißwassers der Fernwärmeversorgung auf eine Trinkwassererwärmungsanlage.

 

2.4.3. Warmwasserverteilung


Bei der Warmwasserverteilung entstehen die größten Wärmeverluste. Dabei können die Verluste zwischen 20 % und 280 % der eigentlich benötigten Wärme liegen.

Aus energetischen Einsparungsgründen sollte die Temperaturdifferenz zwischen Wasserein- und Wasseraustritt (in / aus Verteilersystem) maximal 5 °C betragen.

 

2.4.3.1. Rohrleitungen


- Kupfer und Kupferwerkstoffe:
Kupfer und Kupferwerkstoffe werden häufig als Rohrmaterial verwendet.
Wegen Korrosionsgefahr sollte die Fließgeschwindigkeit bei Rohren aus Kupferwerkstoff von maximal 0,5 m / sec. nicht überschritten werden. Auch bestimmte pH- Konzentrationen verursachen Korrosion.
- Edelstahl:
Edelstahl verhält sich neutral gegenüber Trinkwasser.
Eine geringere Dimensionierung (weniger Wärmeverluste) ist aufgrund der Materialbeschaffenheit möglich.
- Kunststoff:
Auch Kunststoff verhält sich neutral gegenüber Trinkwasser.
Eine geringere Dimensionierung (weniger Wärmeverluste) ist auch hier aufgrund der Materialbeschaffenheit möglich.
- verzinkter Stahl:
Bei verzinkten Stahlrohren kann bei nitrithaltigem Trinkwasser und deren Stillstand in den Leitungen gesundheitsschädliches Nitrit entstehen.
Bei der Sanierung von Leitungen muß unbedingt auf Materialverträglichkeit der einzelnen Bestandteile geachtet werden. Unter Umständen müssen Trenn- und Isolierstücke vorgesehen werden.
Vor der Wahl des Rohrmaterials sollte eine Wasseranalyse bei dem zuständigen Wasserversorger eingeholt werden.
- Zirkulationsleitungen:
Damit an jeder Entnahmestelle möglichst sofort warmes Wasser vorhanden ist, werden sog. Zirkulationsleitungen vorgesehen, die einen Umlauf des Warmwassers im Verteilungsnetz ermöglichen
Sie sind bei kurzen, dünnen Leitungen und bei großen Verbrauchern (Badewanne) nicht unbedingt notwendig.
Bei geringem Verbrauch entstehen bei Zirkulationsleitungen hohe Wärmeverluste.
Bestehende Zirkulationsleitungen müssen (laut Heizanlagen- Verordnung) mit einer Umwälzpumpe einschließlich Steuerung aufgerüstet werden.
- Mindestwärmedämmung:
Brauchwasser- Verteilunganlagen müssen mit einer Mindestdämmschichtdicke gegen Wärmeverluste geschützt werden. Sie fallen unter den Zuständigkeitsbereich der Heizanlagen- Verordnung.

 



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