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2. Lüftungs- und Klimatechnik

 

2.1. freie Lüftung


Unter freier Lüftung versteht man den Austausch von belasteter Raumluft (Wasserdampf, Kohlendioxid, Dünste und Gerüche aus Küche, Bad, WC etc.) durch Außenluft.

 

2.1.1. Fensterlüftung


Das einfachste Beispiel hierfür ist die Fensterlüftung.

Durch Temperatur- oder Druckgefälle entsteht entweder eine Luftströmung, die eine Erneuerung der Luft bewirkt (Querlüftung: geöffnete Fenster an gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes), oder aber kalte Luft strömt durch die untere Fensterhälfte in den Wohnraum und warme Luft entweicht im oberen Bereich des Fensters nach draußen.

 

2.1.1.1. Wohnraumlüftung


Während der Heizperiode sollte der Luftaustausch möglichst rasch von statten gehen. Um möglichst wenig Wärme zu verlieren, sollten Türen und Fenster weit geöffnet werden.

Besonders schneller Luftaustausch wird durch Querlüftung (Durchzug) erzielt.

Die wärmespeichernden Massen (z.B. massive Wände) sorgen anschließend für eine rasche Erwärmung der ausgetauschten Raumluft.

Da die Luft im Winter relativ trocken ist, reicht es öfters über den Tag verteilt, jeweils etwa acht Minuten zu lüften.

Dauerlüften (Kippen der Fenster) sollte während dieser Jahreszeit unterbleiben (große Wärmeverluste).

In wärmeren Jahreszeiten ist die Außenluft feuchter. Deshalb werden längere Lüftungszeiten erforderlich.

Dreh- Kippflügel ermöglichen (im Vergleich zu horizontalen Schiebeflügeln und reinen Drehflügeln) eine gut regulierbare Lüftung.

 

2.1.1.2. Kellerlüftung


Kellerräume sollten vor allem bei kühleren Außenlufttemperaturen (unter ca. 9 °C) gelüftet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, daß sich die Außenluft an den Kellerwänden (ca. 10 °C) abkühlt und dort Kondenswasser bildet.

 

2.1.2. Luftaustausch durch Schächte oder Dachaufsätze


Aufgrund physikalischer Gesetze (warme Luft steigt auf) entweicht die warme, verbrauchte Luft durch Schächte oder Dachaufsätze nach draußen.

Bei warmen Außentemperaturen oder ungünstigen Windverhältnissen kann diese Wirkung aufgehoben oder sogar umgekehrt werden.

 

2.2. raumlufttechnische Anlagen


Raumlufttechnische Anlagen (RLT- Anlagen) sind den Bedürfnissen der Benutzer besser angepaßt.

Der Luftumsatz ist durch Ventilatoren (geregelter Luftzustand, Strömungsrichtung und Geschwindigkeit etc.) genau regelbar.

RLT- Anlagen werden danach eingeteilt, ob sie keiner, einer, zwei, drei oder allen vier Luftbehandlungsfunktionen (kühlen, heizen, be- und entfeuchten) gerecht werden.

 

2.2.1. RLT- Anlagen ohne Lüftungsfunktion


Umluftanlagen:
Sie haben keine oder eine Luftbehandlungsfunktion.

 

2.2.2. RLT- Anlagen mit Lüftungsfunktion


 

2.2.2.1. Lüftungsanlagen mit Abluftventilator


Dabei wird Luft mit Hilfe eines Ventilators aus dem Raum abgesaugt. Der entstehende Unterdruck saugt Zuluft durch Fenster, Türen, vorgesehene Öffnungen und Undichtheiten nach. Bedingt dadurch kann es zu Zugerscheinungen kommen.

Abluftanlagen werden z.B. in Ställen, WC, Bädern, Küchen etc. eingesetzt.

 

2.2.2.2. Lüftungsanlagen mit Zuluftventilatoren


Die Zuluft wird mittels eines Ventilators in den Raum gedrängt. Dabei entsteht ein Überdruck, der dazu führt, daß überschüssige Luft durch Fenster, Türen etc. meist unkontrolliert entweicht.

 

2.2.2.3. Lüftungsanlagen mit Zu- und Abluftanlage


Durch gleiche Förderleistungen (gleiche Dimensionierung von Zu- und Abluftventilatoren) entsteht prinzipiell keine Druckänderung im Raum.

Um Geruchsbelästigung in angrenzenden Räumen zu vermeiden, wird z.B. in Küchen der Abluftstrom größer dimensioniert als der Zuluftstrom (leichter Unterdruck).

 

2.2.2.4. Klimaanlage


Klimaanlagen regulieren das ganze Jahr über Lufttemperatur und Luftfeuchte auf gewünschte Werte.
Sie vereinen alle vier Luftbehandlungsfunktionen und verfügen deshalb über:
- Luftbefeuchter
- Luftkühler (gleichzeitig Luftentfeuchter)
- Lufterwärmer

Umluft und Außenluft vermischen sich in der Mischkammer und werden dann gefiltert.

Während des Sommerbetriebes kühlt sich die Luft im Kühler ab. Die relative Luftfeuchte nimmt zu, während die absolute Luftfeuchte wegen der Wasserausscheidung abnimmt. Im Nacherwärmer nimmt die relative Luftfeuchte durch das Aufheizen der Luft wieder ab. Somit nimmt die Anlage Wärme aus dem Raum auf.

Während des Winterbetriebes wird die Luft nach dem Filtern im Vorwärmer erhitzt. Damit sinkt die relative Luftfeuchte ab. Wird die Raumluft mittels eines Umlaufsprühbefeuchters befeuchtet, erhöht sich die relative Luftfeuchte und die Lufttemperatur sinkt ab (konstanter Wärmeinhalt). Im Nacherwärmer wird die Luft wieder aufgeheizt und die relative Luftfeuchte nimmt etwas ab. Die Zuluft gibt Wärme an den Raum ab.

 

2.2.2.5. Teilklimaanlagen


Als Teilklimaanlagen werden Anlagen bezeichnet, die nicht über alle Einrichtungen einer Klimaanlage verfügen. So z.B.:

- Lufterwärmer und Luftbefeuchter:
Regelt die relative Luftfeuchte im Winter, kann aber im Sommer keine thermischen Zustandsänderungen (kühlen) bewirken.
- Lufterwärmer und Luftkühler:
Kühlt die erforderliche Zulufttemperatur im Sommer ab, kann aber im Winterbetrieb die relative Luftfeuchte nicht regeln.

 

2.2.2.6. Warmluftheizungen


Sie arbeiten meistens als Umluftanlagen.

Dabei wird die Luft in der Regel durch einen Gas- oder Ölbrenner direkt erhitzt. Ein Kanalnetz verteilt die Wärme in allen Räumen, die über einen Zu- und einen Abluftanschluß verfügen.

Vorteile der Warmluftheizung (im Vergleich zur Warmwasserheizung):
- preisgünstiger
- kann nicht einfrieren
- verfügen über eine sehr kurze Aufwärmdauer
Nachteile der Warmluftheizung (im Vergleich zur Warmwasserheizung):
- Luft verursacht in Luftkanälen Geräusche
- vermehrte Staubentwicklung (großen Luftumwälzungen)
- einzelne Räume lassen sich schwer temperaturregeln
- Wärmeübertragung mittels Konvektion

 

2.3. Luftverteilung


Da die Luft von außen in die Klima- und Lüftungsgeräte, in die Räume und wieder nach draußen transportiert wird, sind Luftkanäle notwendig.

Sie können aus Aluminiumblech, verzinkten Stahlblechen, Mauerwerk, Beton usw. hergestellt werden.

In den Räumen sollte auf eine weitgehend gleichmäßige und zugfreie Luftverteilung (z.B. Lochdecken) geachtet werden.

An RLT- Anlagen werden feuerpolizeiliche Anforderungen (Brandschutz) und Schallschutzmaßnahmen gestellt.

Darüber hinaus muß vor in Betriebnahme einer solchen Anlage eine Abnahmeprüfung durchgeführt werden.

 



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