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3. Wärmeerzeugung


3.1. Vorbemerkung

Als Wärmeerzeuger kommen folgende Möglichkeiten in Frage:

- Gas- Spezialkessel ohne Gebläse oder mit kleinem Gebläse (Vormischbrenner)
- Öl- oder Gas- Brennwertkessel
- Spezialheizkessel mit Brenner für Heizöl
- Spezialheizkessel mit Gebläsebrenner für Gas
- Kessel für flüssige oder gasförmige als auch feste Brennstoffe (Wechselbrandkessel, Umstellbrandkessel)
- Kessel für feste Brennstoffe
- Wärmepumpen
- Umlauf- Warmwasserheizer

 

3.2. Brennertypen


Der zuständige Bezirks- Schornsteinfegermeister überprüft regelmäßig Abgasverluste, CO- Werte und Rußzahlen.

Gasgebläsebrenner und Ölbrenner werden häufig als Einheit mit Kessel angeboten, sie könne jedoch auch in Kessel anderer Hersteller eingebaut werden. Brenner- und Kesselleistung müssen jedoch aufeinander abgestimmt sein.

 

3.2.1. Ölfeuerung


Da die Brennpunkttemperatur von Heizöl erst bei 120 °C liegt, muß es zerstäubt werden, damit es bei niedrigerer Temperatur verbrennt.

Die Verbrennungsgüte ist von der Qualität der Zerstäubung abhängig. Nicht ausreichend feine Zerstäubung führt zu Rußablagerungen und damit zu einem Mehrverbrauch an Heizenergie.

 

3.2.1.1. einstufiger Ölzerstäubungsbrenner


Der einstufige Ölzerstäubungsbrenner hat sich für Heizöl EL bewehrt.

Er arbeitet vollautomatisch. Dabei wird das Heizöl durch eine Ölbrennerdüse zerstäubt und elektrisch gezündet. Die notwendige Verbrennungsluft wird mit Hilfe eines Gebläses zugeführt. Der Temperaturregler am Heizkessel schaltet den Brenner ein und aus.

Um den Heizkessel vor zu hohen Temperaturen zu sichern, ist ein Temperaturbegrenzer eingebaut.

 

3.2.1.2. Blaubrenner


Neben diesem Brenner gibt es eine Vielzahl von Sonderausführungen auf dem Markt, diese reichen vom zweistufigem Ölbrenner über den Rotationszerstäubungsbrenner bis hin zum Blaubrenner (Öltröpfchen werden erhitzt und verdampfen => blaue Flamme) für Heizöl EL.

Blaubrenner verursachen in der Regel jedoch höhere Betriebsgeräusche als einstufige Ölzerstäubungsbrenner.

 

3.2.1.3. Ölvorwärmer


Moderne Brenner besitzen einen Ölvorwärmer, der das Öl feiner und gleichmäßiger zerstäubt. Dabei sollte die Vorwärmung in der Düsenhalterung stattfinden.

Vorwärmeeinrichtungen außerhalb des Brenners sind nicht so wirkungsvoll.

Ölvorwärmer sind vor allem bei Brennern mit kleinerer Leistung sinnvoll, kommen aber auch immer mehr bei größeren Brennern zum Einsatz.

 

3.2.2. Gasfeuerung


Brenngas kann im Gegensatz zu Heizöl ohne Aufbereitung (Zerstäubung, Verdampfung) verbrannt werden.

Da unkontrolliert ausströmendes Gas Explosionen und Brände verursachen kann, muß der Gasanschluß durch das zuständige Gasversorgungsunternehmen genehmigt und von einer Firma angeschlossen und in Betrieb genommen werden, die dort in einem Installateurverzeichnis eingetragen ist.

 

3.2.2.1. Gasbrenner mit Gebläse


Die Verbrennungsluft wird der Brennkammer mit Hilfe eines Gebläse zugeführt. Eine Zerstäubung, wie bei Ölfeuerunganlagen, entfällt.

Der Wirkungsgrad liegt höher als bei atmosphärischen Brennern.

 

3.2.2.2. atmosphärische Gasbrenner (ohne Gebläse)


Atmosphärische Gasbrenner haben kein Gebläse und sind deshalb besonders geräuscharm. Die Verbrennungsluft wird durch die Sogwirkung des Gasstromes in die Brennkammer gezogen.

Atmosphärische Gasbrenner werden auch mit keramischen oder metallischen Kühlstäben angeboten. Diese setzen weniger Stickoxide als herkömmliche atmosphärische Gasbrenner frei.

Bei atmosphärischen Vormischbrennern wird die Verbrennungsluft und das Gas bereits vor dem Brennraum gemischt und dann in die Brennkammer geleitet. Häufig werden zur guten Durchmischung von Gas und Verbrennungsluft kleine Gebläse eingesetzt.

Für kleine bis mittlere Kesselleistungen werden meist Gasbrenner ohne Gebläse verwandt, während für große Kesselleistungen Gasgebläsebrenner eingesetzt werden.

 

3.2.2.3. Flächenbrenner


Bei Flächenbrenner werden die Düsen durch eine perforierte Fläche ersetzt.

Bedingt durch die vielen Öffnungen entstehen keine einzelnen Flämmchen mehr, sondern eine brennende Fläche.

Vorteilhaft ist dabei die stark verringerte Bildung von thermischen Stickoxiden.

 

3.2.2.4. katalytische Verbrennung


Das Gas reagiert mit dem Sauerstoff der Verbrennungsluft an der Oberfläche eines Katalysators.
Es werden dabei kaum noch thermische Stickoxide gebildet.

 

3.3. Heizkessel


Die durch den Brenner freigesetzte Feuerungswärme des Brennstoffes geht im Heizkessel in das Heizwasser über.

Gasgebläsebrenner und Ölbrenner werden häufig als Einheit mit Kessel angeboten, sie könne jedoch auch in Kessel anderer Hersteller eingebaut werden. Brenner- und Kesselleistung müssen jedoch aufeinander abgestimmt sein.

Heizkessel werden aus Stahl, Gußeisen oder aus deren Verbundwerkstoff hergestellt.

Stahlkessel sind im Gegensatz zu Gußkessel kompakter und leichter gebaut und werden bereits im Werk komplett fertiggestellt. Seine Lebensdauer beläuft sich auf etwa 15 Jahre.

Die gußeiserne Gliederbauweise bei Öl- und Gaskesseln zeichnet sich durch Langlebigkeit, Korrosionswiderstandsfähigkeit und gute Anpassung an die jeweils geforderte Heizleistung aus.

Sein Nutzungsgrad wird durch das Verhältnis der in der Heizperiode nutzbar gemachten Heizwärme zur in dieser Zeit zugeführten Feuerungswärme bestimmt. Der Nutzungsgrad bei neuen Heizkesseln liegt derzeit zwischen 80% und 90%.

Heizkessel unterscheidet man in:
- Kleinkessel (Leistung bis ca. 50 kW)
- Mittelkessel (Leistung 50 - 250 kW)
- Großkessel (Leistung über 250 kW)

Die Kesselleistung sollte möglichst genau an den Wärmebedarf angepaßt werden.

 

3.3.1. Heizkessel für Gebläsefeuerung


Bei den Heizkesseln mit Gebläsefeuerung ist neben dem gußeisernen Gliederkessel, dem Unitkessel und dem Dreizugkessel vor allem der Niedertemperaturkessel zu nennen.

 

3.3.1.1. Niedertemperatur- Kessel





Um die Stillstandsverluste möglichst gering zu halten, werden neue Heizkessel überwiegend im Niedertemperaturbereich zwischen 35 °C und 75 °C betrieben (dies hängt von der Außentemperatur ab).

Die thermische Konstruktion und Ausgewogenheit vermeiden Korrosionsschäden.

Niedertemperatur- Kessel weisen eine energiesparende Betriebsweise auf. In Verbindung mit Brauchwassererwärmung liegt der Nutzungsgrad (selbst im Sommer) bei etwa 50 % (vgl. ältere Kessel etwa 25 %).

Da heutige Niedertemperatur- Kessel sehr gut wärmegedämmt sind hat eine Überdimensionierung zwar keine negativen Auswirkungen (im Gegensatz zu älteren Hochtemperatur- Kesseln), der Kessel sollte jedoch trotzdem nicht größer als erforderlich gewählt werden.

Die Abgastemperaturen liegen bei etwa 160 °C und stellen somit die gleichen Anforderungen an den Kamin wie andere Kessel.


Heizflächen:

Da die Vorlauftemperatur zwischen 40 - 60 °C liegt, müssen entsprechend abgestimmte Heizflächen zum Einsatz kommen.
Dabei gilt, je größer die Heizfläche, desto niedriger kann die Heizwassertemperatur gewählt werden.
Neben Fußbodenheizungen können Platten- und Gliederheizkörper verwendet werden, ihre Dimensionierung muß jedoch im Vergleich zu herkömmlichen Kesseln größer ausfallen.
Da in bestehenden Gebäuden die Heizflächen häufig überdimensioniert sind, ist ein Niedertemperatur- Betrieb oft ohne Veränderung der Heizflächen möglich.

 

3.3.2. Brennwertkessel




Brennwertkessel haben an so großer Bedeutung gewonnen, daß sie als eigener Kesseltyp (vorher Sonderfall des Niedertemperatur- Kessels) behandelt werden.

Als Brennwertkessel werden Öl- und Gasheizkessel bezeichnet, die einen besonderen Brenner (Reduzierung der Schadstoffe) und einen sehr großen Wärmetauscher (Rückgewinnung der im Wasserdampf befindlichen Wärme) besitzen.

Der Brennwertkessel entzieht den Rauchgasen mehr fühlbare Wärme und setzt die Abgase im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkesseln ( 70 °C - 130 °C) bei Temperaturen von etwa 40 °C durch den Schornstein frei.

Die Rauchgase werden mit Hilfe eines Gebläses nach draußen befördert. Rund um die Abgasleitung muß eine Hinterlüftung vorhanden sein.

Das Kondenswasser ist leicht sauer bis sauer und muß deshalb bei Brennwertgeräten mit Heizöl - Betrieb neutralisiert werden, bevor es dem öffentlichen Abwassernetz zugeführt wird.

In der Regel kann Kondenswasser von Gasbrennwertgeräten mit einer Nennwärmeleistung bis 25kW ohne Neutralisation eingeleitet werden (Abwassersystem des Hauses geeignet).
Abwasserverbände können auch abweichende Vorschriften erlassen.

Der Wirkungsgrad liegt im Vergleich zu herkömmlichen Heizkesseln um bis zu 10% höher.

Der Brennwertkessel wird überwiegend bei Erdgasfeuerung verwendet. Sie werden sowohl für Gasbrenner mit als auch ohne Gebläse hergestellt.

 

3.3.3. Heizkessel für Feuerung ohne Gebläse


Die Feuerräume von Heizkesseln mit Gasbrenner ohne Gebläse sind klein und haben darüber eine Nachschaltheizfläche angeordnet (Heizgase strömen durch sie nach oben).

 

3.3.4. Heizkessel für feste Brennstoffe


Wegen der hohen Brennstoffpreise werden Koks- und Kohlefeuerungen im Vergleich zu Heizöl und Erdgas wenig verwandt.

Holz oder Stroh sind zwar preisgünstigere Brennstoffe, sie brauchen jedoch wegen der Umweltbelastung (CO-Gas, Staub) eine aufwendige Verbrennungstechnik.

In größeren Anlagen kann der Brennstoff auch automatisch zugeführt werden.

Die Emissionsgrenzwerte, die in der Kleinfeuerungsverordnung festgelegt sind, werden durch den Bezirks- Schornsteinfegermeister überprüft.

 

3.3.5. Umlauf- Warmwasserheizer


Im Umlaufprinzip wird das Heizungswasser mit einem Gasbrenner ohne Gebläse erhitzt.

Die Wandmontage kann in der Küche, im Flur, im Bad usw. erfolgen, benötigt wenig Platz und beinhaltet alle nötigen Einrichtungen eine moderne Heizungsanlage.

Sie sind für Zentralheizungsanlagen in Wohnungen und kleinen bis mittleren Einfamilienhäusern geeignet.

Außerdem werden sie bei Altbausanierungen eingesetzt.

Die "Züricher Norm" und das Umweltzeichen "Blauer Engel" verbürgen sich für Produkte, die relativ energiesparend und schadstoffarm arbeiten.

Bei zentraler Wärmeerzeugung bietet sich auch die zentrale Brauchwasserbereitung direkt im Heizkessel oder im separaten Boiler an. Dabei sollte auch weitblickend die Erweiterung der Anlage z.B. durch Solarenergie bedacht werden.

 



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