| 2. Dachbegrünung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Neben
Fassadenbegrünung zählt auch Dachbegrünung zu den Maßnahmen, um die wenigen
Freiflächen, ökologischen Probleme und den Bodenmangel in den städtischen Gebieten
etwas zu kompensieren. Zu ihren Vorteilen zählen:
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| Der Dachbegrünung
liegen bauordnungsrechtliche Auflagen zugrunde. Auch Ortssatzungen, wie zum Beispiel
Auflagen für den begrünten wohnungsnahen Freiraum bei städtebaulicher Verdichtung,
dürfen nicht außer acht gelassen werden. Je nach ihrer Nutzung müssen zum Beispiel statische, sicherheits- (Geländer) oder feuerrechtlich bedingte (Rettungsweg) Nachweise erbracht werden. |
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Dächer werden nach
drei Merkmalen unterschieden:
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Da die Dämmschicht bei einem
Umkehrdach (siehe Abb.) oben liegt, muß bei einer Dachbegrünung nachgewiesen werden,
daß der diffundierende Wasserdampf nicht den zulässigen Grenzwert überschreitet.
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Die Tragkonstruktion muß in
der Lage sein, die zusätzlich einwirkenden Kräfte aufnehmen zu können:
Hinterlüftete Flachdächer
(siehe Abb.) sind aus wirtschaftlichen Gründen (untere und obere Schale müssen für
zusätzliche Nutzlast berechnet werden) nicht für genutzte Dachflächen geeignet.
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| Die Begrünung ersetzt
meistens die Kiesschüttung auf Flachdächern. Die benötigten Schichten müssen folgende Eigenschaften aufweisen:
Neben dem üblichen
Dachaufbau kommen von unten nach oben folgende Schichten zum Einsatz (siehe folgende
Abb.).
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| Eine Trennschicht ist notwendig, wenn die Dachabdeckung und die Wurzelschicht aus zwei chemisch nicht verträglichen Stoffen bestehen. |
| Wenn die Oberflächenbeschaffenheit der Dachabdichtung rauh ist, muß eine Schutzlage die Wurzelschutzbahn vor mechanischer Beschädigung schützen. |
| Die Schutzschicht verhindert
das Eindringen von Wurzeln in die Dachabdichtung. Sie muß fachgerecht verlegt und bis zur Oberkante der Vegetationsschicht hochgezogen werden. |
| Die Drainageschicht übernimmt
wasserleitende und wasserspeichernde Funktionen. Sie leitet den Wasserüberschuß der
Niederschläge / Bewässerung den Dacheinläufen zu. Es gibt eine Reihe synthetischer Produkte auf dem Markt, die sich durch Gewichtsminimierung oder bereits einer Kombination aus Drain-, Filter- und Speicherschicht auszeichnen. Sie eignen sich besonders zur nachträglichen Dachbegrünung. Es werden strukturstabile und verwitterungsbeständige Baustoffe verwendet (Blähton- Sand, Blähton- Kiese, Kiessand, Kiese, Lava- Sande und Lava- Kiessande etc.). Ihre Korngrößen- und ihre Porenvolumenverteilung muß Wasser speichern und auch abführen können. Die Dicke der Drainageschicht ist abhängig von der Vegetation, der Herstellungsart der Schicht, der Wasserversorgungsweise und dem Baustoff. |
| Die Filterschicht verhindert,
daß beim Versickern des Wassers feinere Boden- oder Substratteile von der
Vegetationsschicht in die Drainschicht gelangen und ihre Wasserdurchlässigkeit
beeinträchtigen. Sie muß in der Lage sein, sowohl Wasseraufstieg aus der Drainageschicht, als auch Durchsickern von überschüssigem Wasser aus der Vegetationsschicht nicht zu behindern. Als Baustoffe kommen vor allem Filterfliese in Betracht. Im Falle einer Bewässerung durch Wasseranstau darf die Filterschicht nicht mit dem Wasserspiegel in Berührung kommen. Der Einbau muß sehr sorgfältig und genau durchgeführt werden. Die einzelnen Bahnen müssen überlappt verlegt und an den Seiten nach oben geführt werden. |
| Vegetationsschichten
unterscheiden sich bei der stofflichen Zusammensetzung und ihrer Herstellung. Sie werden in Schüttstoffe (natürliche, organische Stoffe und mineralische Gerüstbaustoffe) und Vegetationsplatten (industrielle und / oder natürliche Stoffe wie z.B. Steinwolle, Lava -Torfgemische) unterschieden. Die Nutzungsart spielt bei ihrem Aufbau eine wesentliche Rolle. Das Vegetationsschichtgemisch muß Wasserspeicherung, Wasserabführung und Durchlüftung möglich machen und Nährstoffe für die Pflanzen speichern können. Auf lange Sicht hin muß sie wasserdurchlässig ausgebildet sein. Ihre Dicke ist von allen genannten Faktoren abhängig. Ist der Aufbau jedoch zu leicht, kann es bei Staunässe zu Aufschwimmen der einzelnen Schichten kommen. |
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| Die Anordnung und Anzahl der
Dachabläufe (mit darüberliegenden Kontrollschächten) wird durch eine DIN- Vorschrift
geregelt (DIN 1986). Dabei sollte nur die Verzögerung und teilweise Aufnahme des Wassers
durch den Schichtaufbau eingeplant werden. Gefällelose Flachdächer verzögern den Abfluß des Wassers und helfen so, den Wasserbedarf der Pflanzen zu decken. Ab 10° Dachneigung sammeln sich im Traufbereich erhöhte Wassermengen, die mit Hilfe einer Dränage abzuleiten sind. |
| An die Pflanzen werden hohe
Anforderungen gestellt. Die folgenden Kriterien sollten deshalb bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt werden:
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| Bei geneigten Dächern
müssen Traufpunkt und Tragwerk zusätzliche Schubkräfte aufnehmen können (mehr als 20°
Dachneigung). Es muß darauf geachtet werden, daß die Schubsicherung (z.B. Leisten) gegenüber der Durchwurzelungsschicht und der Dachabdichtung spannungsfrei gelagert ist. Ab 45° Neigung ist die Dachbegrünung bau- und vegetationstechnisch gesehen äußerst problematisch. |