| 3. Biotope | ||||||||||||||||||||||
| 3.1. Vorbemerkung Durch Schaffung neuer
Biotope erfahren Städte eine ökologische Aufwertung.
Neben dem Erholungswert für
Menschen bieten Biotope Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Bei der Anlage eines Biotops müssen biologische und natürliche Gesetzmäßigkeiten zugrunde gelegt werden. |
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| Durch Uferbefestigung,
Flußbegradigung, Kanalisation, Verunreinigungen, Trockenlegung von Feuchtgebieten usw.
werden immer mehr wassernahe Lebensräume zerstört. Bereits kleine Wasserbiotope entwickeln ein reichhaltiges Ökosystem und tragen so zur Schaffung bzw. zum Erhalt von Lebensraum für Tiere und Pflanzen bei. Wasserbiotope werden durch folgende Faktoren beeinflußt:
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| Tümpel, Bäche, Weiher,
Teiche gehören zu Gewässerbiotopen und können neben Trinkwasser (abhängig von
Standortbedingungen) auch durch Bach-, Grund-, Regen- oder Quellwasser gespeist werden. Beim Anlegen eines Gewässerbiotops sollte eine Entleerungsmöglichkeit vorgesehen werden, um beizeiten Neuanpflanzungen, das Entfernen von Faulschlamm usw. zu ermöglichen. Größere Anlagen sollten so geplant werden, daß sie in einzelnen Etappen entleert werden können. In der Regel muß die Anlage mit Folien, Beton, Kunststoffeinsätzen, Pappe oder auch Lehm (in den ersten Jahren arbeitsintensiver) abgedichtet werden. Die Biotopgestaltung sollte Flach- und Steiluferzonen, sonnige, schattige, sandige, steinige, tiefe und flache Bereiche etc. aufweisen. Besonders sorgsam sollte das Anlegen der Uferzonen vor sich gehen. Das Wasser ist hier wärmer, nährstoff- und sauerstoffreicher und deshalb ein besonders beliebter Lebensraum für Kleinstlebewesen, Vögel, Fische usw.. Der Abfluß von Kaltluft sollte gewährleistet sein. Lose Bepflanzung sollte sich mit dichter Bepflanzung abwechseln; die Gestaltung sollte möglichst vielfältig angelegt sein. Gehölze wie Birke, Erle, Weide, Esche usw. helfen, Ufererosion und Verlandung zu verhindern. Für Tiere sollten Überwinterungsmöglichkeiten und Brutplätze geschaffen werden. Das Einsetzen von Tieren ist häufig nicht notwendig, da sie bei geeigneten Standortbedingungen von selbst kommen. Amphibienbiotope schließen das Einsetzen von Fischen aus, da diese Larven fressen. |
Wenn ein Biotop richtig
angelegt ist, bedarf es geringer Pflege. Das biologische Gleichgewicht muß jedoch gewahrt
werden. Dies kann u.a. durch folgende Maßnahmen geschehen:
Generell muß bei Wartungsmaßnahmen auf den Lebensrhythmus der verschiedenen Tierarten Rücksicht genommen werden (z.B. keine Entleerung während der Laichzeit etc.). |
| Baumbiotope tragen,
abgesehen von optischen Gesichtspunkten, wesentlich zur Verbesserung von Klima, Wasser und
Luft bei. Darüber hinaus sichern sie, wie auch andere Biotope, Lebensraum für Tiere und andere Pflanzen. Sie haben (artabhängig) eine hohe Lebensdauer. Durch Umwelteinflüße wie Bodenversiegelung, Luftverunreinigung, Streusalz, mechanische Beschädigung u.v.a. ist ihre Existenz bedroht. In der Regel können Bäume ihre Versorgung mit Wasser und Nährstoffen eigenständig gewährleisten. Ist dies nicht mehr möglich (Versiegelung, Umweltbelastungen, Entfernen des Laubes, schwankender Grundwasserspiegel etc.) müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden wie:
Standortbedingungen
(Bodenzusammensetzung, Wasserhaushalt, Klima) sollten unbedingt bei der Auswahl der Bäume
beachtet werden. |
| Heckenbiotope reichen
von Weg-, Straßen-, Wandhecken über Rankzäune bis hin zu Haushecken. Sie bieten sehr viele Variations- und Gestaltungsmöglichkeiten (enge, lockere, hohe, niedrige, wildwachsende, geschnittene Hecken, Hecken mit Früchten, ausgebildet als Sicht-, Sonnen- oder Windschutz oder als Umzäunung dienend u.v.a..). Hecken stellen für Vögel, Amphibien, Kleinsäuger, Spinnen, Insekten und vieles mehr den Lebensraum dar (Behausung, Nistplätze, Überwinterungsmöglichkeiten, Nahrungsquelle, Schutz vor Feinden und Witterung etc.). Darüber hinaus dienen sie als Umzäunungen, bieten Schutz und Nahrung für Weidetiere, verhindern Austrocknung des Bodens und Bodenerosion u.v.a.. Bedingt durch Monokulturen, den Einsatz von großen Maschinen in der Landwirtschaft, Straßenbau etc. werden Heckenbiotope immer mehr verdrängt. |
| Hecken sind großen
Belastungen (Wind) ausgesetzt, und bei der Wahl sollten Standortbedingungen (Mikroklima,
Bodenzusammensetzung, Wasserhaushalt etc.) berücksichtigt werden. Monokulturelle Hecken sollten vermieden werden, da diese keine so reichhaltige Artenvielfalt zulassen und bei Krankheitsbefall große Lücken entstehen können. Bei Hecken aus Nadelbäumen besteht die Gefahr, daß sie häufig zu dicht wachsen und sich kaum verjüngen lassen. |
| Durch regelmäßigen Schnitt
wird eine gleichmäßig dichte Hecke erreicht (verhindert das Hochschießen der Triebe,
fördert die Entwicklung von Seitentrieben). Zuschnitte sollten jedoch nur unter fachmännischer Anleitung vorgenommen werden, da umfassende Kenntnisse notwendig sind. Bei jungen Hecken sollte das angrenzende Unkraut durch Hacken gelegentlich beseitigt und bei Bedarf Humus aufgeschüttet werden. Laub dient zur Nährstoffbildung und sollte deshalb nicht entfernt werden. |
| Für Kleinbiotope (an
Böschungen, in Wiesen und Naturgärten) gelten die gleichen Regeln wie für die oben
genannten Biotope. Um monokulturellen Pflanzengemeinschaften, die einen Großteil der Rasenflächen vor allem in Gärten ausmacht, entgegenzuwirken, können Naturwiesen angelegt werden. Dafür ist ein steiniger, nährstoffarmer Untergrund geeignet. Zunächst wird die dünne Humusschicht von Unkräutern bewachsen. In dem darauffolgenden Jahr werden sich bereits Wiesenkräuter ansiedeln. Je langsamer der Ansiedelungsprozeß, desto reichhaltiger wird sich die Wiese entwickeln. Durch Aussaat kann dieser Prozeß beschleunigt werden. Die Wiese sollte möglichst nur ein mal im Jahr im Juli (viele Arten haben dann ihre Samen verteilt und gefruchtet) gemäht werden. Das Schnittgut muß entfernt werden (um die Wiese mager zu halten) und kann als Dung an anderer Stelle verwendet werden. Gänseblümchen, Frühlingsschlüsselblumen, Glockenblumen, Hornklee, Löwenzahn, Margeriten etc. sind nur einige Beispiele, die in Magerwiesen gedeihen. Nach und nach werden sich von ganz alleine Kleintiere einfinden. Das Anlegen von Behausungen (z.B. Höhlen) und Brutplätzen unterstützt diese Entwicklung. Darüber hinaus können an Mauern, Steinen, Böschungen, Rainen u.v.a. in ähnlicher Weise Kleinbiotope entstehen. Nutzgärten in Verbindung mit Naturgärten profitieren vom gegenseitigen Nutzen. So leben in Naturgärten Kleintiere, die zur Schädlingsbekämpfung in Nutzgärten dienen. Organischer Dung der Naturgärten wird für den Nutzgarten verwandt usw.. |
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