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1. Einfamilienhaus


Den Traum vom eigenen Haus hat wohl schon fast jeder Mensch geträumt. In der Gestaltung des eigenen Hauses läßt sich dieser Traum, zumindest teilweise, realisieren. Das Einfamilienhaus wurde im Lauf der Geschichte für den überwiegenden Teil der Bevölkerung zum angestrebten Statussymbol.

Doch dieser Drang nach dem "eigenen Stück Land" hat auch negative Folgen. Die Städte veröden, Bodenknappheit, Flächenfraß und umfangreiche Infrastruktureinrichtungen ziehen ökologische Probleme nach sich. Dennoch steht für viele Familien das eigene Haus für Unabhängigkeit, Freiheit und Individualität.

Die früher allgemeingültigen Richtlinien im Familiengefüge haben keine Gültigkeit mehr. Es ist keiner hierarchischen Ordnung mehr unterworfen. Ehen gehen nach wenigen Jahren zu Bruch, und die Anzahl der Kinder nimmt ab. Die Individualität des Einzelnen steht immer mehr im Vordergrund. Diese Tatbestände müssen bei der Planung eines Einfamilienhauses berücksichtigt werden.

Das Einfamilienhaus muß genauso wie öffentliche Bauten perfekt funktionieren. Doch die Konzeption stellt sich schwieriger dar, als sie im ersten Moment erscheint. Bei öffentlichen Gebäuden liegen die funktionalen Abläufe, bedingt durch ihre Bestimmung und die technischen Einrichtungen, fest. Der einzelne Mensch bleibt dabei unberücksichtigt und muß sich an die funktionalen Abläufe, die auf ein Massenverhalten abgestimmt sind, anpassen. Bei einem privaten Haus muß bei der Konzeption jeder einzelne berücksichtigt werden. Die Raumnutzung beschränkt sich nicht nur auf Kochen, Essen, Schlafen und Hygiene, sondern beinhaltet auch besondere Bedürfnisse, die unter dem Begriff "Wohnen" zusammengefaßt werden könnten.

Architekt und Bauherr sollten die gleiche Sprache sprechen. Der Architekt darf sich nicht zu sehr in seinem manchmal etwas eingefahrenen Stil bewegen. Es ist die Aufgabe des Architekten, sich für die individuellen Bedürfnisse des Bauherrn zu sensibilisieren, um so die optimale Raumnutzung und Gestaltung der privaten Behausung zu entwerfen.

Ähnlich wie die Gesellschaft, ist auch die Architektur einer Wertewandlung unterworfen. Die Umstrukturierung der Werte führt nicht selten zu gequälter Extravaganz und erzwungener Modernität.

Um Baukosten zu senken, werden zunehmend auch einfachere Materialien gewählt. Wasserabweisende Sperrholzplatten, Wellblech etc. sind zu durchaus hoffähigen Baustoffen avanciert.

 



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