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9. mineralische Baustoffe

 

9.1. Übersicht Herstellungsverfahren

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Mineralisch gebundene Baustoffe werden durch ein organisches Bindemittel, meistens Zement, Mörtel, Gips oder Kalk, zusammengehalten.

Die wichtigsten Grundstoffe sind:
- Kalkgestein
- Gipsgestein
- Sand
- Kies
- Bimssande
- Perlit
- Tuffe
- Tone
- Traß etc.



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9.2. Zement (Halbprodukt)

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Im wesentlichen wird Zement aus den Grundstoffen Kalkstein, Ton und Anhydrit (unter hohem Energieaufwand) produziert.

Bei der Zementherstellung werden je nach Zusammensetzung und Verwendungszweck unterschieden:
- Hochofenzement
- Portlandzement (größte Produktion)
- Eisenportlandzement
- Puzzolanzement
- Traßzement

 

9.3. Stein- Baustoffe

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- Hüttensteine: Sie werden im wesentlichen aus Hüttensand, Baukalk und Hochofenzement produziert.
Eine erhöhte Radioaktivität ist nicht auszuschließen.
- Kalksandstein: Kalksandstein findet vor allem bei Wandkonstruktionen Anwendung, die einer hohen Anforderung an Schall- und Brandschutz, Druckfestigkeit und Wasserbeständigkeit ausgesetzt sind.
Er wird aus Kalk, Sand und Wasser hergestellt.
Darüber hinaus zählen Betonhohlblocksteine und Leichtbetonhohlblocksteine zu dieser Gruppe.

 

9.4. Holzwolle- Leichtbauplatten

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Sie sind langlebig und werden überwiegend als Außen- Dämmung von Betonbauteilen verwendet.

Holzwolle- Leichtbauplatten sind umwelt- und gesundheitsverträglich und werden aus längsgehobelter, langfaseriger Holzwolle mit Gips, Zement oder Magnesia (Bindemittel) hergestellt.

 

9.5. zementgebundene Spanplatten

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In Abhängigkeit vom verwendeten Bindemittel kann leichte Radioaktivität ausgehen.

Allgemein gesehen bilden sie keine Gefährdung.

 

9.6. Faserzementplatten

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In Faserzementplatten kommt heute kein Asbest mehr zum Einsatz.

Sie bestehen u.a. aus:
- Portlandzement
- Zellulosefaser
- Armierungsfaser (z.B. Polyvinylalkohol)
- Kalksandsteinmehl
- Wasser
- Bauschutt

 

9.7. Baustoffe aus Gips

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Je nach Anwendungsgebiet werden Baugipse in Haftputz-, Fertigputz- und Maschinenputzgips, denen man unterschiedliche Füllstoffe (z.B. Sand, Perlite) zusetzt, unterteilt.

Stuck- und Putzgipse finden in Innenräumen Anwendung. Sie verhärten sehr schnell und weisen keine Zusatzstoffe auf.

 

9.8. Beton

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- Normalbeton: Normalbeton besteht aus Zuschlagstoffen (z.B. Kies, Sand, Splitt,  Schlacke), Zement und Wasser. Auch hier sollte auf umweltverträgliche Zuschlagstoffe geachtet werden.
- Bimsbeton: Bimsbeton weist bessere Wärmedämmeigenschaften als Leichtbeton auf. Hüttenbims oder Naturbims werden als Zuschlagstoffe beigemengt.
- Leichtbeton: Als Zuschlagstoffe fungieren hier unter anderem Naturbims, Sinterbims, Blähschiefer, Ziegelsplitt und Hüttenbims.
Leichtbeton wird als Dämmaterial eingesetzt.
- Bio-Beton: Statt Zement kommt Kalk als Bindemittel zum Einsatz.
- Porenbeton: Grundstoffe sind Quarzsand, Bindemittel (Zement, Kalk und Gips), Porosierungsmittel (Aluminiumpulver oder -paste) und Wasser. Der Sand muß feingemahlen und weitgehend frei von Verunreinigungen sein.
Bewehrte Porenbeton-Bauteile ermöglichen massive monolithische Konstruktionen, welche gleichzeitig die Anforderungen an die Tragfähigkeit, den Wärmeschutz, den Schallschutz und den Brandschutz erfüllen. Ein weiteres Merkmal ist, daß bewehrte Porenbeton-Bauteile bei geringem Eigengewicht eine hohe Tragfähigkeit haben.

 

9.9. Mörtel

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Man unterscheidet Mauermörtel und Putzmörtel.

 

9.9.1. Mauermörtel

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Das Verhältnis zwischen Zuschlagstoffen (z.B. Traß, Flugasche, Farbpigmente, Sand) und Bindemitteln (z.B. Mauerbinder, Zement) wird in der jeweiligen Mörtelgruppe definiert.

Bei Leichtmörteln werden Leichtzuschläge (z.B. Bims) beigemengt.

 

9.9.2. Putzmörtel

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Sie werden mit mineralischen oder organischen Bindemitteln und dem Zuschlagstoff Sand (in unterschiedlichen Verhältnissen) hergestellt.

Nach Möglichkeit sollten mineralische Bindemittel, wie z.B. Kalkbinder, Naturgips oder Anhydrit zum Einsatz kommen. Dämmputze enthalten Zuschlagstoffe, wie z.B. Perlite, um die Wärmedämmeigenschaften zu verbessern.

Putze sollten sowohl das Eindringen von Niederschlagswasser in die Wand verhindern, als auch die Wasserdampfdiffusion nicht zu stark behindern.

Der Putz wird in der Regel in mehreren Lagen aufgebracht. Die Festigkeit der einzelnen Schichten sollte zur Oberfläche hin abnehmen. Sie dürfen nicht dünner als 5 mm aber auch nicht dicker als der dreifache Größtkorndurchmesser sein. Dies bedeutet z.B. bei einer Körnung von 0- 8 mm eine Schichtdicke von etwa 2,4 cm.

Je leichter der Putz, umso größer ist seine Dampfdurchlässigkeit. Leichte Putze sind jedoch auf der anderen Seite gegen Schlagregen und Spritzwasser empfindlicher.

Putze mit hohem Zementgehalt sind gegen Nässe unempfindlicher, mindern jedoch auch die Elastizität (Rißgefahr).

Rißbildung kann neben fehlender Elastizität auch durch die Verwendung von großformatigen Steinen hervorgerufen werden (Voraussetzung: Putz weist größere Festigkeit als Mauerwerk auf).

 

9.10. Estrich

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Aufgrund der Zusammensetzung unterscheidet man:

 

9.10.1. Zementestrich

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Zementestrich setzt sich je nach Fertigungsklasse aus Mörtel und Zement zusammen.
Zuschläge (unterschiedliche Körnung von Kies oder Sand) und Additive werden beigemengt.

 

9.10.2. Gußasphaltestrich

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Gußasphaltestrich besteht aus den Komponenten Bitumen und Hartbitumen. Er findet z.B. bei Altbausanierungen Einsatz.

Hier sind keine Trocknungszeiten notwendig.

Die Mindestdicke darf 20mm nicht unterschreiten.

 

9.10.3. Magnesiaestrich

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Er setzt sich aus anorganischen bzw. organischen Füllstoffen (z.B. Quarzsand, Korkmehl oder Weichholzspäne), wäßriger Salzlösung und Magnesiumoxid zusammen.

Magnesiaestrich darf nicht mit Stahlbauteilen in Berührung kommen (mit Sperrmaterial umkleiden), da dies Korrosionsschäden hervorrufen kann.

 

9.10.4. Anhydritestrich

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Dabei fungiert Anhydrit als Bindemittel.

Er darf nicht in Räumen mit dauerhafter Feuchtigkeitseinwirkung zum Einsatz kommen.

Er trocknet schneller als Zementestrich ab und ist raumbeständig.

 

9.10.5. Trockenestrich

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Verlegen von Trockenestrich
Mehrere Gipsfaser- bzw. Gipskartonplatten werden miteinander verklebt. Die verwendeten Klebstoffe und Feuchtigkeitsschutzmittel können umstrittene Substanzen enthalten.

Trockenestrich kann häufig durch Gips- oder Zementestrich ersetzt werden.

 

 

9.11. Terrazzo

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Terrazzo ist Zementestrich, der mit Quarz, weißem oder schwarzem Marmor, Porphyr, Ziegel etc. und gemahlenen Oxidfarben veredelt wird.

 

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