| 7. Klebstoffe | ||||||||||||||||||||||||||||
| 7.1. Vorbemerkung Klebstoffe verdrängen immer mehr mechanische Verbindungstechniken, wie z.B. Schrauben. Sie sollten nur dann eingesetzt werden, wenn dies technisch unbedingt erforderlich ist. Klebstoffe, die in Pulverform angeboten werden, benötigen weniger Konservierungsstoffe und erfordern keine Zugabe von organischen Lösungsmitteln. Universell anwendbare Klebstoffe sind in der Regel umweltverträglicher als Spezialkleber. Werden Klebstoffe in Räumen eingesetzt, muß für eine ausreichende Belüftung gesorgt sein, ggf. darf der Raum während dieser Zeit nicht genutzt werden. |
||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||
| Hierbei unterscheidet man: |
| Dispersionskleber haben eine
geringere Klebekraft als z.B. Reaktionskleber. Für durchschnittliche Belastungen ist er
jedoch ausreichend. Es stellt im Vergleich zu anderen Klebstoffen für textile oder glatte Bodenbeläge ein verhältnismäßig kleines Gesundheitsrisiko da. In der Regel enthalten lösemittelfreie Klebstoffe dennoch unter 5 % Lösemittelanteil. Ihre Trocknungszeit ist länger als bei anderen Klebern. Die Grundstoffe sind entweder auf Kunstharz- oder Naturharzbasis. Lösemittelfreie Dispersionskleber auf Naturharzbasis sollte in Anbetracht der Ressourcenschonung der Vorrang gegeben werden. |
| Sie werden als Ein- oder
Zweikomponentenklebstoffe vertrieben. Durch eine chemische Reaktion zwischen Binder und Härter wird der Kleber während der Verarbeitung gebildet. Reaktionskleber enthalten:
Diese Kleber bewirken besonders feste und langlebige Verklebungen und werden vor allem bei Belastungen, z.B. durch Wasser oder poröse Oberflächen verwendet. |
| Sie werden sowohl für
Kunststoffbeläge als auch für textile Bodenbeläge verwendet. Kunst- oder Naturharze sind in organischen Lösemitteln und Weichmacherzusätzen gelöst. Zusätzlich können auch synthetischer oder natürlicher Kautschuk im Kleber enthalten sein. Die Lösemittel verdunsten und binden dabei den Klebstoff ab. Lösemittelhaltige Klebstoffe sollten generell nicht eingesetzt werden. Je nach Grundstoff sind sie mehr oder minder gesundheitsschädlich. Lösemittelhaltige Kleber auf Kunstharzbasis können krebserzeugend sein (wenn sie z.B. Xylol, Toluol, Dichlormethan etc. als Lösemittel enthalten), während lösemittelhaltiger Kleber auf Naturharzbasis Schleimhautreizungen oder Allergien hervorrufen können. |
| Pulverlinoleumkleber auf Zement- Kaseinbasis oder Gips- Kaseinbasis ohne weitere Zusätze von Kunststoffen, Schwermetallen und Bioziden sind aufgrund ihrer ökologischen Verträglichkeit empfehlenswert. |
| Synthetische Spachtelmassen
sind toxisch belastet, deshalb sind mineralische Spachtelmassen grundsätzlich
vorzuziehen. Sie dienen zum Ausgleich von unebenen Untergründen und zur Füllung von Rissen oder Löchern. Je nach Anwendungsbereich werden sie als Haftgrundierung, Spachtelgrundierung, Nivellierungs- oder Füllmassen bezeichnet. |
| Grundierungen dienen
zur Vorbehandlung sandiger und stark oder unterschiedlich saugender Untergründe. Im wesentlichen bestehen sie aus der gleichen Zusammensetzung wie der später verwendete Klebstoff, sie enthalten jedoch mehr Füllstoffe und können den Untergrund durchdringen. Grundsätzlich sind Konservierungsstoffe, Weichmacher, Lösemittel und Kunststoffgrundstoffe als gesundheitsbedenklich einzustufen. |
| Hierbei unterscheidet man: |
| Fugenmörtel unter Verwendung
rein mineralischer Produkte, die keine Weichmacher, Biozide und Lösemittel enthalten,
sind weitgehend umweltverträglich. Um die Elastizität zu fördern sollte nach Möglichkeit Polyvinylacetat beigemengt werden. |
| Lösungsmittelhaltige Produkte wie die meisten Polyurethandichtmassen sind besonders bei großflächiger Anwendung gesundheitsschädlich. |
| Sie enthalten nur geringe oder keine Anteile an organischen Lösemitteln. |
| Sie enthalten nur geringe oder
keine Anteile an organischen Lösemitteln. Die Belastungen bei Zwei- Komponenten- Dichtmassen, Polysulfid- oder Kautschukdichtmassen ist unumstritten größer als bei Acrylat- bzw. sauervernetzten Silikondichtmassen. Konservierungsstoffe sind in Dichtmassen unvermeidbar, sollten aber in möglichst geringen Mengen vorkommen. Zusätze wie Biozide, Weichmacher und Flammschutzmitteln sollten auf ein Minimum reduziert werden, da sie gesundheitsschädlich sind. |
| Gängige Möbel- und
Holzleime sind auf Polyvinylacetatbasis oder Melamin- Formaldehydharzbasis hergestellt. Beide setzen Formaldehyd in so kleinen Mengen frei, die in der Regel als unbedenklich eingestuft werden können. Bei der Verwendung von Spezialklebern muß die Wahl sehr umsichtig und sachgemäß getroffen werden. |
| Die Grundbestandteile
(Stärke, Methylzellulose etc.) sind gesundheitlich unbedenklich. Tapetenkleister sollten möglichst keine Kunststoffdispersionen oder Konservierungsmittel enthalten und auf Pulverbasis beruhen. |