| 6. Keramik | |||||||
| 6.1. Vorbemerkung Keramische Baustoffe gehören zu den ältesten technischen und kulturellen Errungenschaften der Menschheit. Sie werden aus tonmineralhaltigen Rohstoffen hergestellt und haben so eine prägende Wirkung auf Abbaugebiete. Die Herstellung von Keramikwerkstoffen läuft oft unter umweltbelastenden Vorgängen ab. Im Gebrauch und der Entsorgung sind sie jedoch als äußerst umweltfreundlich einzustufen (ausgenommen schwermetallhaltige Glasuren). Abhängig von Einflußfaktoren, wie z.B. Zusammensetzung der Tonerde, enthaltene Oxide, Zusätze, Bedingungen beim Brennen entstehen verschiedene kristallartige Gitterstrukturen. Zwischen den einzelnen Herstellern gibt es hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte, wie Zuschlag von Reststoffen, Rekultivierung von Tongruben, umwelttechnische Ausstattung des Unternehmens etc. große Unterschiede. |
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| Ziegel (z.B.
Hochloch-, Voll-, Schallschutzverfüllziegel) sind wohl die meist verwendeten keramischen
Baustoffe. Sie kommen bei Außen- und Innenwänden und manchmal bei Zwischendecken und
Böden zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch diffusionsfähige, schall- und wärmedämmenden Eigenschaften positiv aus. Porosierte Ziegel (Zuschläge von Polystyrolschaum oder mineralischen Dämmstoffen) sind im Vergleich zu anderen Ziegeln noch diffusionsfreudiger und besser wärmedämmend. Fertige Ziegelwände sind jedoch nicht besonders biegefest und kaum elastisch. |
| Die Herstellung von
Dachziegeln ist derjenigen von Mauerziegeln gleich, sie werden nur nicht porosiert. Verschiedene Dachziegel werden in den Kapiteln Dach und Dachausbau erläutert. |
| Klinker wird in
verschiedenen Farben (abhängig von Eisenoxid- Anteil und Tonerde- Gehalt) angeboten. Er weist eine dichtere Struktur wie herkömmlicher Ziegel auf und ist deshalb witterungsbeständiger. Bedingt durch die hohe Dichte steigt seine Wärmeleitfähigkeit und sinken seine Wärmedämmeigenschaften. Im Gegensatz zu Ziegeln fällt bei der Verarbeitung kein Staub an. |
| Schamottesteine werden
für Kamin- oder Schornsteinbau und in Brennkammern von Heizungsanlagen verwendet. Diesem feuerfesten Werkstoff werden beim Neubrand Ziegelreste als Magerungsmittel beigemengt. |
| Fliesen haben eine
günstige Wärmeleitfähigkeit, und der menschliche Körper empfindet deshalb einen
Fliesenboden häufig als kalt. Die Verwendungsdauer ist nicht nur von der Abriebgruppe, sondern besonders von der Bruchempfindlichkeit eines Fliesenwerkstoffes abhängig. Gesamtökologisch gesehen sind Fliesen in der Regel als umweltverträglich einzustufen. |
| Poröses Tongut
(Wasseraufnahme über 2 %) wird in der Regel nur für Abwasserrohre verwendet. Tonzeug (Wasseraufnahme bis zu 2 %) wird unter Zuschlag von Schamotte gebrannt und teilweise auch für Leitungen eingesetzt. Tonzeug ist im Vergleich zu Kunststoffrohren und den preisgünstigeren Zementrohren korrosionsbeständiger. Für Sanitärkeramik findet Porzellan (weißes Tonzeug) Anwendung. Oberflächliche Sprünge können bereits nach einigen Jahren entstehen, der Baustoff ist jedoch trotzdem über einige Jahrzehnte funktionsfähig. |
| Viele Keramikerzeugnisse werden mit Glasuren überzogen. Dabei sollte die Glasur möglichst nicht bleihaltig sein. |