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5. Holz


5.1. Vorbemerkung

Folgende Gründe sprechen für die Verwendung von Holz:
- umweltverträgliche Herstellung aus regenerierbaren Ressourcen
- leichte Verarbeitung
- Atmungsaktivität
- gute Wärmedämmeigenschaften
- günstige Trageigenschaften (Festigkeit, Gewicht)
- Elastizität und Anpassungsfähigkeit
- unterschiedliche Erscheinungsbilder der verschiedenen Holzarten
- gute Verbindungsmöglichkeiten
- lange Lebensdauer
- Wiederverwendbarkeit

Holz, das mit Wasser durchfeuchtet ist, kann von Schädlingen befallen werden. Wichtig ist deshalb die Trocknung des Holzes. Bei einem Feuchtigkeitsgehalt unter 18 % kann der Pilzbefall und unter ca. 9 % der Holzwurm- und Hausbockbefall unterbunden werden.

Die Verwendung von außereuropäischen Hölzern ist vor allem auf ihre Witterungsbeständigkeit, Festigkeit und äußeres Erscheinungsbild zurückzuführen. Ihre Verwendung ist jedoch äußerst umstritten (Mitverantwortung an der Rodung des Regenwaldes, umweltbelastende Verarbeitungsmethoden, weite Transportwege etc.).

Bei der Gebäudeerstellung werden Vollholz, Brettschichtholz und Holzwerkstoffe verwendet.

 

5.2. Übersicht gebräuchliche Hölzer


LH - Laubholz
NH - Nadelholz
Holzart Farbe / Aussehen Anwendungsbereich
Ahorn LH gelblichweiß
dekorativ
Verkleidungen, Möbel, Bodenbelag
Birke LH gelblichweiß bis rötlich Drechslerholz, Furniere
Buche LH gelblich bis rötlich
schlicht
Holzschwellen, Bodenbeläge, Furniere, Treppen, Auflagerplatten
Eiche LH grauweiß bis dunkelbraun
dekorativ
Deckfurniere, Bodenbeläge
Esche LH weißgelblich bis gräulich
dekorativ
Deckfurniere, Werkzeugstiele
Fichte NH weißgelblich bis gelblichrot Bauholz, Verkleidungen, Bodenbeläge
Kiefer NH weißgelblich bis bräunlichrot Bauholz, Verkleidungen, Fenster, Türen, Furniere, Bodenbeläge
Lärche NH gelb bis rötlichbraun Bauholz, Verkleidungen, Fenster, Türen, Schindel, Möbel
Nußbaum LH grau über rötlich bis braun
dekorativ
Möbel
Robinie LH weißgelblich bis mittelbraun
dekorativ
Bodenbeläge, Treppen
Tanne NH gelblichweiß bis hellrötlich Bauholz, Verkleidungen, Bodenbeläge
Ulme LH graugelb bis mittelbraun
schlicht
Drechslerholz, Bodenbeläge, Verkleidungen, Möbel
Zirbelkiefer NH weißgelblich bis rötlichbraun
sehr dekorativ
Möbel, Vertäfelungen
Holzart Farbe / Aussehen Anwendungsbereich

 


_Ahorn __ _ _ Birke __ _ __Buche _ _ __ Eiche __ ___ Erle__ ___ _ Esche

 

5.3. Vollholz


Vollholz wird unterteilt in:
- Bauschnittholz (Bretter, Bohlen, Latten, Kanthölzer)
- Baurundholz (Verwendung als Rammpfähle, Gerüste etc.)
- Vollholzfurnier (unedleres Holz, wie z.B. Spanplatten werden mit ca. 1- 10 mm dickem edleren Holz kaschiert)

 

5.4. Brettschichtholz


Dabei werden z.B. gehobelte Fichtenbretter aufeinander geleimt.

Im Gegensatz zu Vollholz ist Brettschichtholz belastbarer, besser verformbar und in fast beliebigen Längen (bis max. 60 m) und Höhen (bis ca. 2,10m) lieferbar.

 

 

5.5. Holzwerkstoffe


Holzwerkstoffe sind große, flächige Platten, die (z.B. unter der Verwendung von Verschnittholz) aus verleimten und zusammengepreßten Furnieren, Stäben, Leisten, Spänen, Holzwolle etc.. Schwinden und Quellen wird damit unterbunden.

Der Verwendungsbereich bestimmt die Plattenzusammensetzung.

Die jeweiligen Holzwerkstoffklassen geben Aufschluß über die mechanische Festigkeit in Abhängigkeit von der Feuchtigkeitsbeanspruchung.

Spanplatten: Bekleidung von Wänden oder Decken, Fußböden etc.
Faserplatten: Fußböden, Verkleidung von Außenwänden usw.
Schichtholz: Einsatz u.a. bei tragenden und aussteifenden Bauteilen
Leichtbauplatten: Zwischenwände usw.

 

5.6. Holzschutz


Holzschutzmaßnahmen verhindern bzw. verzögern die Zersetzung des Holzes bzw. des Holzwerkstoffes, die durch chemische, physikalische, biologische und mechanische Vorgänge bedingt ist.

Dabei unterscheidet man:

 

5.6.1. konstruktiver Holzschutz


Abhalten der Nässe durch große Dachüberstände, wasserableitende Konstruktionen, Beachtung des Spritzwasserbereiches, gute Belüftung der Bauteile, Dampfsperre u.a.m..

 

5.6.2. baulicher Holzschutz


Beachtung der Materialverträglichkeit von Holz, Verbindungsmitteln und angrenzenden Materialien.

 

5.6.3. organisatorischer Holzschutz


Unter organisatorischem Holzschutz versteht man die Vermeidung von Feuchtigkeitseinflüssen während der Bauphase, wie z.B. richtig gelagertes Holz, provisorischer Schutz gegen Witterungseinflüsse usw..

 

5.6.4. Feuerschutz


Feuerschutz kann durch bauliche ( z.B. große Querschnitte) als auch durch chemische (im Brandfall Freisetzung von Brom- Dioxinen: giftig) Maßnahmen unterstützt werden.

 

5.6.5. biologischer Holzschutz


Diese Verfahrensweisen haben keine negativen Einflüsse auf das menschliche Wohlbefinden.

Dazu zählen Verfahren wie Beschichtungen aus Naturharzölen, Ankohlen von Holzteilen, Imprägnierung (mindertoxisches, wasserlösliches Borsalz) etc.

 

5.6.6. chemischer Holzschutz


1. vorbeugend:
Chemischer Holzschutz ist nur dann erforderlich, wenn ein Befall von Schädlingen sehr wahrscheinlich ist (bei Holzfeuchtegehalten unter 18 % kann der Pilzbefall und unter ca. 9 % der Holzwurm- und Hausbockbefall unterbunden werden). Das heißt, daß eine dauernde Durchfeuchtung von mehr als ca. 18 % - 20 % vorliegt.
Bei offenliegenden Hölzern kann der Befall frühzeitig wahrgenommen werden.
Die Mittel werden nach Möglichkeit durch Druckimprägnierung oder Streichen aufgebracht.
Sie sollten nur nach Ausschöpfung aller baulichen, biologischen, organisatorischen und konstruktiven Maßnahmen verwendet werden.
In beheizten Innenräumen verzichtet man besser auf chemische Holzschutzmittel.
Allgemein sollten nur giftfreie oder giftklassefreie und keine bioziden (Insektizide und Fungizide enthaltenden) Holzbehandlungen verwandt werden.
Herkömmliche chemische Holzschutzmittel enthalten Biozide.
Erfreulich ist die Entwicklung in den letzten Jahren. Holzschutzmittel enthalten heute anstelle von universell eingesetzten Substanzen, immer häufiger Wirkstoffe, die gezielt nur auf potentielle Schädlinge einwirken.
Alternativ werden Holzschutzmittel auf mineralischer Basis angeboten. Diese umweltverträglichen Borverbindungen (häufig Borax, Polybor und Borsäure in wäßriger Lösung) sind jedoch nur für Innenräume geeignet und wirken zugleich feuerhemmend.
2. bei Befall:
Je nach Holzbefall wird der befallene Teil ausgebessert oder völlig ersetzt. Zur Schädlingsbekämpfung werden ggf. auch Heißluftgeräte verwendet.

 



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