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4. Fußbodenbeläge


4.1. Vorbemerkung

Bodenbeläge sind gewissen Modetrends unterworfen. Bei der Auswahl sollte jedoch neben optischen Gesichtspunkten stets auf folgende Kriterien geachtet werden:
- Schadstoffreiheit
- Verwendung regenerierbarer Rohstoffe
- möglichst geringer Energieaufwand bzw. Schadstoffentwicklung bei Herstellung und Transport
- Strapazierfähigkeit
- Schalldämmung
- Langlebigkeit
- Lösungsmittel-, Säure-, Laugenfestigkeit
- Reinigungsfähigkeit
- Entsorgung etc.

 

 

4.2. Holzbeläge


Die gebräuchlichsten Holzböden sind Dielen (Tanne, Kiefer, Fichte), Pflaster (Eiche, Kiefer) und Parkett (z.B. Esche, Buche).
Sie sind fußwarm, antistatisch (bei richtiger Oberflächenbehandlung) und elastisch.

Unter anderem aus Kostengründen verwendet man heutzutage meistens:
- Klebeparkett roh verlegtes kleinformatiges Massivholzparkett, das anschließend mehrmals geschliffen und oberflächenbehandelt wird
- Fertigparkett harte Massivholzschicht mit darunterliegenden Furnieren, weicherem Massivholz, Holz-, Korkwerkstoffen oder Spanplatten (können Formaldehyd freisetzen)

In der Regel werden sie mit der Unterlage verklebt (Empfehlung: lösemittelarme Dispersionskleber) oder auf einem Lattenlager vernagelt.

Zur Oberflächenbehandlung von Holzböden finden folgende Verfahren Anwendung:

Räume, die dauerhaft durch Feuchtigkeit belastet sind, sind für Holzböden nicht geeignet.

 

4.2.1. Imprägnieren und Wachsen


Zunächst wird der Holzboden imprägniert (Leinölfirnis oder Grundieröl) und anschließend gewachst (möglichst auf Naturwachs- oder Naturölbasis).

Der Pflegeaufwand im Vergleich zu lackierten Böden ist größer, aber dafür auch holzgerechter.

Die Schutzschicht läßt sich nachträglich leicht an einzelnen Stellen ausbessern.

 

4.2.2. Versiegelung


Der Lack muß sehr elastisch ausgebildet sein und schützt den Holzboden vor Feuchtigkeit und chemischen Stoffen, die im Haushalt immer noch häufig verwendet werden.

Dabei sollte ein giftklassefreier Parkettsiegel mit Härtezusatz zum Einsatz kommen.

Reaktionslacke und Lacke auf Polyurethanbasis sind nicht empfehlenswert.

 

4.3. textile Bodenbeläge


Teppichböden sind wegen ihrer Behaglichkeit sowie wärme- und trittschalldämmenden Eigenschaften sehr beliebt.

Beim Verlegen werden sie in der Regel verklebt.

Da Klebstoffe oft Lösemittel, Biozide, Weichmacher, Konservierungsstoffe und andere chemische Zusätze enthalten können, muß eine sorgsame Auswahl getroffen werden.

Textile Bodenbeläge werden aus Rohstoffen wie Ziegenhaar, Schurwolle, Kokosfasern, Schurwolle, Erdöl etc. mit Hilfe von Web-, Nadelfilz- oder Tufttechniken hergestellt.

Teppichbelägen werden häufig chemische Zusätze gegen Motten, Bakterien, schnelle Verschmutzung, statische Aufladung usw. beigemengt.

Aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen sollte man vorzugsweise textile Bodenbeläge aus Naturfasern ohne Schaumrücken (oder Trägermaterial aus Syntheselatex) und ohne chemischen Zusätzen wählen.

Eine Verspannung von bestimmten Webteppichen mit Nadelleisten kann die große Klebstoffproblematik umgehen. Dieses Verfahren wird jedoch nur noch von wenigen Fachfirmen ausgeführt und ist mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden.

Teppiche sind im Vergleich zu anderen Bodenbelägen (z.B. Kork) kurzlebiger.

 

4.4. Fliesenbeläge


Fliesen haben eine günstige Wärmeleitfähigkeit und der menschliche Körper empfindet deshalb einen Fliesenboden häufig kalt.

Die Verwendungsdauer ist nicht nur von der Abriebgruppe (I- sehr leichte Beanspruchung, II- leichte Beanspruchung, III- mittlere Beanspruchung, IV- stärkere Beanspruchung, V- starke Beanspruchung), sondern besonders von der Bruchempfindlichkeit eines Fliesenwerkstoffes abhängig.

Sie werden mit dem Untergrund verklebt (möglichst umweltverträgliche Klebstoffe verwenden).

Gesamtökologisch gesehen sind Fliesen in der Regel als umweltverträglich einzustufen.

 

4.5. Natursteinbeläge


Natursteine sind gute Wärmeleiter und der menschliche Körper empfindet deshalb einen Natursteinbelag häufig als fußkalt.

 

4.6. Linoleum


Linoleum zeichnet sich durch seine Pflegeleichtigkeit, Langlebigkeit und günstige Preislage aus.

Es wird in vielen verschiedenen Designs geliefert.

Linoleum wird hergestellt aus:
- oxidiertem Leinöl
- Naturharzen
- Kreide
- Holz
- Korkmehl

Es wird vollflächig verklebt (Empfehlung: lösemittelarme Dispersionskleber).

Auf dem Markt werden auch Linoleumimitate aus PVC und Linoleum mit Kunstharzanteilen angeboten.

Aus ökologischen und gesundheitlichen Aspekten sollten nach Möglichkeit nur echte Linoleumböden verwandt werden.

 

4.7. Kunststoffbeläge


Sie werden aus PVC, Polyolefinen oder Synthese- Gummi (Rohstoff Erdöl) hergestellt.

Vorteile von Kunststoffbelägen:
- gegen Schmutz relativ unempfindlich
- extrem strapazierfähig
- antistatisch (je nach Einsatzgebiet)
- trittsicher
- wetterbeständig
- säure-und laugenbeständig etc.

Nach Möglichkeit sollten diese Bodenbeläge jedoch aus ökologischen Gesichtspunkten durch Holz, Kork- oder Linoleumböden ersetzt werden.

 

4.8. Korkbeläge


Korkböden werden flächig verklebt (möglichst Verwendung von Naturharzen) und müssen in Naßräumen versiegelt (Empfehlung: Fußbodenhartwachs, Holzhartöl) werden.

Sie sind im Vergleich zu textilen Bodenbelägen langlebiger und strapazierfähiger.

Vorteilhaft bemerkbar machen sich:
- Druck- und Formbeständigkeit (jedoch Anfälligkeit gegenüber festgetretenen Sand und kleinen Steinchen)
- Wärme- und Schalldämmung
- Pflegeleichtigkeit

 




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