| 3. Farben / Lacke | ||||||||||||||||||||||||||||
| Anstrichstoffe (im
allgemeinen Sprachgebrauch: Farben) und Lacke sind Beschichtungsstoffe auf Putz, Beton,
Metall, Holz, die aus schützenden und gestalterischen Gründen aufgetragen werden. Sie bestehen im wesentlichen aus einem Filmbildner (Beschichtung) und einem Lösungsmittel. Zur Farbgebung werden der Beschichtung Pigmente und Farbstoffe beigemengt. In Anstrichstoffen und Lacken sind folgende vier Stoffgruppen enthalten:
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| Es besteht aus dem
Filmbildner (Öle, künstliche und natürliche Harze) und ggf. dem Weichmacher. Es verbindet die einzelnen Bestandteile, die in der Farbe enthalten sind und sorgt für die Haftung auf dem Untergrund. |
| Pigmente (nicht
löslich) und Farbstoffe (löslich) dienen zur Farbgebung und zum Schutz vor UV-
Einstrahlung. Überwiegend werden Pigmente in Anstrichmitteln verwendet. Sie werden in natürliche (z.B. Pflanzen- und Erdpigmente) und künstliche Pigmente (überwiegend aus Teerfarben- und Mineralpigmenten) untergliedert. In den letzten Jahren gab es Bestrebungen, die enthaltenen Schwermetalle durch andere Pigmente zu ersetzten. |
| Sie bewirken die
Streichfähigkeit der Anstrichmittel und verdunsten nach dem Auftragen. Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Ester, Ether usw. dienen als Lösemittel. Wasser dient bei Leimfarbe als Lösemittel. |
Bei der Auswahl der Anstrichstoffe sollte möglichst auf lösungsmittelfreie, lösungsmittelarme, giftfreie und giftarme Produkte zurückgegriffen werden. |
Je nach
Zusammensetzung und Verwendung unterscheidet man folgende Anstricharten:
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Produkten, die für spezielle Anwendungsbereiche konzipiert sind, wie z.B. bituminöse oder epoxidharzhaltige Anstriche zur Renovierung und Abdichtung von Blechdächern. |
| Sie enthalten keine
Schadstoffe und setzten sich aus gelöschtem Kalk und Wasser zusammen. Sie kommen ohne
weitere Zusatzstoffe aus. Der Anstrich ist äußerst diffusionsfähig und besitzt bakterizide Eigenschaften. Für Innenanstriche werden von Naturfarbenherstellern Kalkkaseinfarben angeboten. Aufgrund des sauren Regens sind Außenanstriche, die auf Kalk basieren, nicht mehr ratsam. Grundsätzlich sind sie unter ökologischen und baubiologischen Aspekten empfehlenswert. |
| Kunststoffdispersionsfarben
sind die meist verwendeten Farben für Innen und Außen. Der Anstrich ist hochdeckend und
ist für fast alle Untergründe, außer Mauerwerk mit sehr hoher Feuchtigkeit und frisch
aufgetragenem Kalkputz, geeignet. Kunststoffdispersionsfarben sind filmbildend und platzen nach mehreren Renovierungsanstrichen ab. Diese Filmbildung unterbindet auch den Wasserdampfaustausch zwischen Innen und Außen und schafft so ein ungünstigeres Raumklima. Sie enthalten häufig organische Lösemittel, Entschäumer, Biozide usw.. Daraus folgt eine eher schlechte ökologische und baubiologische Beurteilung. |
| Sie werden auch als
Wasserglas- oder Mineralfarben bezeichnet. In der Regel werden Einkomponenten-
Silikatfarben (Dispersions- Silikatfarben) hergestellt. Sie enthalten keine Lösemittel, Weichmacher, Biozide etc. und sind extrem wasserdampfdurchlässig, da sie keinen Film bilden. Sie sind für geeignet für:
Sie sind relativ teuer und werden auch bei denkmalgeschützten Gebäuden, wegen ihrer Eignung für alte Untergründe, geschätzt. Sie sind baubiologisch und ökologisch gleich zu schätzen, wie Kalkfarben. |
| Sie sind besonders für
Deckenanstriche geeignet. Sie sind aus Kreide, bindenden Leimen und geringen Mengen
Titandioxid zusammengesetzt. Der Anstrichsstoff ist wasserdampfdurchlässig, deckend und wird auf nichtsaugenden und nichtsandenden mineralischen Untergründen (nicht auf alten Dispersionsfarben) aufgetragen. Leimfarben sind preiswert und wischfest. |
| Sie haften auf Holz, Tapeten
und mineralischen Untergründen. Natur- Dispersionsfarben werden hergestellt aus:
Der Anstrich ist waschbeständig und extrem wasserdampfdurchlässig. Es sollte darauf geachtet werden, daß keine weiteren Zusätze beigemengt wurden. |
| Selbst in Innenräumen müssen
Metalle vor Korrosion geschützt werden. Dabei werden am häufigsten Harzlacke verwendet.
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| Sie sollten möglichst
durch Druckimprägnierung oder Streichen aufgebracht werden. Chemische Holzschutzmittel
sollten nur nach Ausschöpfung aller baulichen, biologischen, organisatorischen und
konstruktiven Maßnahmen verwendet werden. In beheizten Innenräumen sollte grundsätzlich auf chemische Holzschutzmittel verzichtet werden. Allgemein sollten nur giftfreie oder giftklassefreie und keine bioziden (Insektizide und Fungizide enthaltenden) Holzbehandlungen verwandt werden. Chemischer Holzschutz ist nur dann erforderlich, wenn ein Befall von Schädlingen sehr wahrscheinlich ist (bei Holzfeuchtegehalten unter 18 % kann der Pilzbefall und unter ca. 9 % der Holzwurm- und Hausbockbefall unterbunden werden). Das heißt, wenn eine dauernde Durchfeuchtung über ca. 18 % - 20 % vorliegt. Bei offenliegenden Hölzern kann der Befall frühzeitig wahrgenommen werden. Herkömmliche chemische Holzschutzmittel enthalten Biozide. Erfreulich ist die Entwicklung der letzten Jahren, daß Holzschutzmittel eingesetzt werden, die, anstelle von universell wirkenden Substanzen, nun immer häufiger Wirkstoffe enthalten, die gezielt auf potentielle Schädlinge einwirken. Alternativ werden Holzschutzmittel auf mineralischer Basis angeboten. Diese umweltverträglichen Borverbindungen (häufig Borax, Polybor und Borsäure in wäßriger Lösung) sind jedoch nur für Innenräume geeignet und wirken feuerhemmend. |
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