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2. Dämmstoffe


 

2.1. Wärmeleitfähigkeit


Wärmedämmstoffe zeichnen sich durch günstige Wärmedämmeigenschaften aus (max. 0,1 W/mK). Dämmstoffe werden in Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) eingeteilt. Ein Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 besitzt eine bessere Dämmwirkung als ein Dämmstoff der Gruppe 045 gleicher Dicke.

Der Rechenwert wird in Klein- Lambda angegeben und in W / mK gemessen.
Je kleiner der Wert, desto schlechter ist die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes, d.h. desto besser ist seine Dämmeigenschaft.

Je zahlreicher, gleichmäßiger verteilt und kleiner die Poren (in denen Luft eingeschlossen ist) in einem Dämmstoff vorhanden sind, desto besser ist seine Dämmwirkung.

 

2.2. U- Wert


Eine Orientierungshilfe für Bauherren ist der U- Wert (früher k- Wert).
Dieser Kennwert gibt an, wieviel Energie bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (entspricht 1 °C) durch ein 1 m² großes Bauteil fließt.

Die Einheit wird in W / m²K angegeben.

Das bedeutet, je kleiner der U- Wert, umso besser ist die Dämmwirkung.

 

2.3. Typkurzbezeichnung


Dämmstoffe werden zur Wärme- und Schalldämmung eingesetzt. Dabei werden sie nach Anwendungstypen eingeteilt. Die Typkurzbezeichnung gibt Aufschluß über die zulässige Verwendung in Bauwerken.

T, TK
Trittschalldämmstoffe

WD
Wärmedämmstoffe mit Beanspruchung auf Druckfestigkeit, z.B. in Fußböden und Dächer

WV
Wärmedämmstoffe mit Beanspruchung auf Scher- und Abreißfestigkeit, z.B. bei Außenwände

WL
Wärmedämmstoffe ohne Beanspruchung auf Druckfestigkeit, z.B. für Wärmedämmung zwischen den Sparren

W
Wärmedämmstoffe ohne Beanspruchung auf Druckfestigkeit, z.B. in Wänden, Decken

WS
Wärmedämmstoffe mit erhöhter Druckbelastung für Sondereinsatzgebiete, z.B. Parkdecks


Darüber hinaus müssen folgende Kriterien vom Planer bedacht werden:
- Brandverhalten
- Diffusionswiderstand (z.B. bei Dämmaterial zwischen feuchter und trockener Luft)
- ökologische Verträglichkeit
- Gewicht
- Kostenaufwand

 

2.4. Kennzeichnung


Folgende Angaben müssen auf jeder Dämmstoffpackung angegeben werden:
- Stoffart und Lieferform
- Typkurzbezeichnung
- Wärmeleitfähigkeitsgruppe
- Nennmaße
- technische Richtlinien
- Hersteller und Herstellungsdatum
- Brandverhalten nach DIN 4102 Teil 1
- Übereinstimmungszeichen

 

2.5. Dämmstoffarten


Dämmstoffe werden unterschieden in:

 

2.5.1. mineralische Dämmstoffe


Mineralische Dämmstoffe sind anorganische Dämmstoffe.

Zu ihnen gehören:
- Steinwolle
- Glaswolle
- Mineralwolle
- Schaumglas
- Perlite
- Vermiculite
- Blähton

Je nach Dämmstoff und Anwendungsgebiet sind Platten, kaschierte oder unkaschierte Bahnen, Matten, Granulat, Schüttung usw. lieferbar.

Dämmstoffe aus Mineralwolle (in Form von Bahnen oder Filzen) sollten auf keinen Fall unter Druck gelagert werden, da sie sonst ihre Nenndicke nach dem Einbau nicht mehr erreichen.

 

2.5.2. organische Dämmstoffe


Organische Dämmstoffe werden aus Pflanzen oder Mineralöl hergestellt und bestehen aus Kohlenstoffverbindungen.


Zu ihnen zählen:
- Holzwolleleichtbauplatten
- Kork
- Kokos
- Schafwolle
- Flachs
- Baumwolle
- Schilfrohr
- Holzfaserplatten
- Zellulose
- Polystyrol
- Polyurethan

Holzfaserplatten

Zelluloseplatten



Auch sie sind je nach Dämmstoff und Anwendungsgebiet als Platten, kaschierte oder unkaschierte Bahnen, Matten, Schüttung oder einfach lose usw. auf dem Markt.

Um die Gefahr des Schwindens nach dem Einbau auszuschließen, sollte Polystyrol- Partikelschaum trocken und relativ warm gelagert werden.

 

2.5.3. Dämmputz


Wärmedämmputze bestehen in der Regel aus einem Bindemittel (Kalk oder Zement), dem wärmedämmende Zuschlagstoffe wie Granulate (z.B. Perlite), geschäumtes Glas oder geblähtes Gestein beigemengt wurden.

Thermische Spannungen (Sonneneinstrahlung) und Temperaturschwankungen können zu Rißbildungen führen.

Wärmedämmputze weisen im Vergleich zu Mineralwolle (bei gleicher Dicke) schlechtere Wärmedämmeigenschaften auf. Sie können mit einer maximalen Dicke von etwa 5 cm aufgetragen werden.

 

2.5.4. Dämmsysteme


Als Dämmsysteme werden Verbundstoffe aus Wärmedämmung und Trägermaterial für innen bzw. außen hergestellt.
Sie sind verhältnismäßig kostengünstig.



Dachelemente im Systembau

 

2.6. Dämmstoffe im Vergleich


Die Wärmeleitfähigkeit wird in W / mK angegeben.
Anwendungstyp: WV mit Beanspruchung auf Abreiß- und Scherfestigkeit
WL, W ohne Beanspruchung auf Druck
WD mit Beanspruchung auf Druck
TK, T Trittschalldämmstoffe
WS Dämmstoffe für Sondereinsatzgebiete
Dämmstoff Wärmeleitfähigkeit Baustoffklasse Anwendungstyp
Baumwolle
20- 60 kg/m³
0,040 B2 W, WL
Backkork
80 kg/m³ < Rohdichte
0,045- 0,055 B2 W, WD
Backkork
120 kg/m³ < Rohdichte
0,045- 0,055 B2 W, WD, WS
Imprägnierter Kork
120 kg/m³ < Rohdichte
0,045- 0,055 B2 W, WD
Imprägnierter Kork
200 kg/m³ < Rohdichte
0,045- 0,055 B2 W, WD, WS
Blähperlit 0,045- 0,065 A1  
Blähton 0,10 - 0,16 A1  
Calciumsilicat- Hydrat 0,045 A1  
Flachs- Dämmflies 0,040 B2 W, WL
Hanf 0,065   Schüttgut
Holzfaser- Dämmplatten
bis 160 kg/m³ Rohdichte
0,045 B2  
Holzfaser- Dämmplatten
270 kg/m³ Rohdichte
0,060 B2  
Holzwolle 0,09 B2  
Kokosfaser
45- 55 kg/m³
0,045- 0,050 B2  
Korkplatten 0,04 - 0,06 B2  
Mineralfaser- Dämmstoffe
ca. 40- 120 kg/m³
0,030- 0,040 A1 / A2 / B1 WV, WL, W, WD
Mineralfaser- Granulat 0,045 A1  
Perlite-Dämmplatten
150-210 kg/m³
0,045 - 0,055 A2,B1,B2 W,WD,WS
Polystyrol- Partikelschaum EPS
15 kg/m³ < Rohdichte
0,030 - 0,040 B1 W
Polystyrol- Partikelschaum EPS
20 kg/m³ < Rohdichte
0,020 - 0,040 B1 W, WD, 
Polystyrol- Extruderschaum XPS
25 kg/m³ < Rohdichte
0,030 - 0,04 B1 WD, W
Polyurethan- Hartschaum PUR
30 kg/m³ < Rohdichte
0,020 - 0,035 B1 / B2 WD, W, WS
Schafwolle
40- 120 kg/m³
0,040 B2 WL
Schaumglas 0,04 - 0,06 A1 W, WD, WDS, WDH
Schilfrohr- Matten
190 kg/m³
0,060 B2  
Zellulosefaser- Dämmstoffe
45- 70 kg/m³
0,030 - 0,040 B2  
Zellulosefaser- Dämmplatten
65- 100 kg/m³
0,040 B2 WV, W
Dämmstoff Wärmeleitfähigkeit Baustoffklasse Anwendungstyp

 

 

2.7. ökologische Gesichtspunkte



Auf ökologische Verträglichkeit (Energieaufwand bei Herstellung, Transport, Einbau, Gebrauch und späterer Entsorgung) hin überprüft, rangieren Schafwolle und Flachs an oberster Stelle.

Sie werden gefolgt von:
- Zellulose
- unbehandelten Perliten
- Holzwolleleichtbauplatten
- Kork
- Kokosfaser
- Baumwolle

Am unteren Ende dieser Bewertungsskala befinden sich Polyurethan und Polystyrol.

 



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