anzeige

3. Wärmeschutz


3.1. Energie- Einspar- Verordnung EnEV (incl. Übersicht mind. U- Werte einzelner Bauteile)
3.2. weiterreichende Aspekte
3.3. (k- Wert) / U- Wert
3.4. Wärmebrücken
3.4.1. konstruktionsbedingte Wärmebrücke
3.4.2. materialbedingte Wärmebrücke
3.4.3. geometrisch bedingte Wärmebrücke
3.4.4. Tauwasserbildung


 

3.1. Energie- Einspar- Verordnung EnEV


Die Energie- Einspar- Verordnung EnEV ist die seit 1. 2. 2002 gültige
Rechtsgrundlage hinsichtlich des Energieverbrauchs von Gebäuden. Die ENEV hat sich zum Ziel gesetzt eine weitere Verminderung des Heizwärmebedarf um etwa 25 bis 30 Prozent bei Neubauten gegenüber der Wärmeschutz- Verordnung von 1995 zu erreichen.


Sie ist für alle Neubauten gültig und stellt auch an den Wärmeschutz bei Renovierung / Modernisierung von Altbauten höhere Anforderungen.


Für Wohngebäude mit bis zu zwei Vollgeschossen und maximal drei Wohneinheiten muß für jedes Bauteil ein Mindest- U- Wert nachgewiesen werden (siehe folgende Tabelle). Dies stellt ein vereinfachtes Verfahren dar.

Bauteil U- Wert (mindest.) in W / m²K nach ENEV
Dachschräge 0,3
Dachboden 0,3
Flachdach 0,3
Außenwand 0,35
Fenster 1,7 
Kellerdecke 0,4


Für größere Gebäude ist ein Rechenverfahren durchzuführen, bei dem der errechnete Jahresheizwärmebedarf mit den zulässigen Höchstwerten verglichen wird. Dieses Hüllenflächenverfahren (oder Energiebilanzverfahren) muß das Verhältnis von Gebäudeaußenfläche und Volumen, solare Gewinne usw. berücksichtigen.

Das aufwendige Verfahren darf natürlich auch für kleine Wohngebäude angewandt werden.

Stand: 1.2.2002

Für weitere und aktueller Angaben besuchen Sie bitte folgende Seiten:


www.bmvbw.de
www.bmwi.de
www.deutsche-energie-agentur.de
www.enev-online.de



 

 

3.2. weiterreichende Aspekte


Doch die Verordnung von Dämmaterialien, wie es die ENEV vorsieht, ist nur ein Aspekt von vielen, mit Energie wirtschaftlich umzugehen.

Weitere Aspekte sind:
- topographische Lage
- Klima (Sonne, Regen, Wind, Temperatur)
- Bewuchs (schützende Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen)
- Grundrißgestaltung (Nebenräume nach Norden orientieren, Pufferzonen)
- Gebäudeform und Größe
- Ausrichtung und Dimensionierung der Fenster (offene bzw. geschlossene Bauart)
- passive Sonnenenergienutzung
- aktive Sonnenenergienutzung
- Heizung / Lüftung
- Wärmerückgewinnung
- Wärmespeicherung
- Vermeidung von Wärmebrücken
- Feuchtigkeits- und Schlagregenschutz
- temporärer Wärmeschutz

 

 

3.3. U- Wert


Eine Orientierungshilfe für Bauherren ist der U- Wert (früher k- Wert).
Dieser Kennwert gibt an, wieviel Energie bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (entspricht 1 °C) durch ein 1 m² großes Bauteil fließt.

Die Einheit wird in W / m²K angegeben.

Das bedeutet, je kleiner der U- Wert, umso besser ist die Dämmwirkung.

 

 

3.4. Wärmebrücken


Als Wärmebrücken werden Bauteilzonen oder Bauteile bezeichnet, durch die mehr Wärme als durch angrenzende Zonen fließt.

Wärmebrücken wirken sich nachteilig aus auf:
- Wohnhygiene (Schimmelbildung)
- Behaglichkeit
- Energieverbrauch
Sie können bedingt sein durch:
- unsachgemäße Ausführung (z.B. Mörtelrest im Zwischenraum von mehrschaligem Mauerwerk)
- Konstruktion
- Material
- Geometrie

Diese Ursachen treten oft gleichzeitig auf und verstärken sich deshalb in ihrer Wirkung.

 

 

3.4.1. konstruktionsbedingte Wärmebrücke


Durch die Schwächung der Außenwand, bedingt durch Installationsschlitze, Heizkörpernischen, Fensterleibung etc., kann mehr Wärme nach außen fließen.

Einige konstruktive Wärmebrücken lassen sich mittels sog. Podestkonstruktionen vermeiden.

 

 

3.4.2. materialbedingte Wärmebrücke


Sie entstehen zum Beispiel durch Trägerauflager in der Außenwand. Dabei wird z.B. unter dem Träger ein Mauerwerk mit größerer Tragfähigkeit und aber gleichzeitig höherer Wärmeleitfähigkeit verwendet (auch konstruktiv bedingt).

Skelettkonstruktionen können ebenfalls materialbedingte Wärmebrücken beinhalten.


 

 

3.4.3. geometrischbedingte Wärmebrücke


Die Gebäudeecke stellt eine geometrisch bedingte Wärmebrücke dar. Die Außenwandfläche (Abkühlung) ist größer als die Innenwandfläche (Erwärmung).

Sogar unter Einhaltung der vorgeschriebenen Wärmedurchlaßwiderstände ist die Gebäudeecke eine Wärmebrücke. Es ist jedoch bei ordnungsgemäßer Nutzung (ausreichende Lüftung) nicht mit Bauschäden zu rechnen.


 

 

3.4.4. Tauwasserbildung


Tauwasserbildung stellt bei Wärmebrücken ebenfalls ein Problem dar.

Da die Temperatur an den Bauteilinnenflächen im Wärmebrückenbereich niedriger ist als in benachbarten Zonen, verlagert sich die Taupunkttemperatur aus dem Wandinneren an die innere Wandoberfläche. Dies kann zur Durchfeuchtung der Außenwand führen.

Um Schäden durch Tauwasser zu vermeiden muß, die Wärmedämmung richtig dimensioniert sein und ausreichend geheizt und gelüftet (Abführen der Luftfeuchte) werden.

Planer haben die Aufgabe, diese Problematik konstruktiv zu lösen.

Dämmaterialien werden in einem gesonderten Kapitel behandelt.

 



© by Bauherr.de, 1997-2005