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8. Dach |
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| 8.1.
Vorbemerkung Dächer sollen Gebäude vor allem vor Witterungseinflüssen schützen. Die Dachform wird unter anderem von regionalen Witterungsverhältnissen und der Nutzung bestimmt. So haben sich in regen- und sturmreichen Gebieten steile Dächer mit kleinem Dachüberstand bewährt, während sich in schneereichen Gegenden flachere Dächer mit großem Dachüberstand durchgesetzt haben. Die Gestaltung des Daches (Dachform, Neigung, Dachflächenfenster, Gauben, Dachbegrünung, Dachterrassen, Dachüberstände, Dacheindeckung usw.), Detaillösungen (z.B. Traufe, Ortgang) und die damit verbundene Aussage lassen dem Bauherren und Architekten viele Möglichkeiten offen. |
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Neben Mansarddach, Walmdach,
und Kniestock sowie den abgebildeten Dachformen gibt
es eine Vielzahl von Sondervarianten.
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| Hier sind tragende Stützen
meistens unumgänglich. Der Dachraum wird dabei besser ausgenützt, weil die Dachflächen zunächst erst in Kopfhöhe geknickt sind. Somit stellt ein Abschnitt der Dachfläche eine leicht geneigte Außenwand dar.
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| Die Tragkonstruktion ist ein
Pfettendach. Gerade Giebelwände, wie beim Satteldach, sind nicht vorhanden.
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| Bei Kniestockhäusern liegen die Fußpfetten auf Wandscheiben / Stützen auf. |
| Der Dachstuhl ist in
der Regel aus einer zimmermannsmäßigen oder ingenieursmäßigen Holzkonstruktion
(Sparren-, Pfettendach und deren Variationen) ausgebildet. Aus brandschutztechnischen und statischen Gründen können größere Wohnanlagen auch Dachkonstruktionen aus Beton aufweisen. |
Während die First- und
Mittelpfetten ihre Lasten auf Stützen übertragen, leitet die Fußpfette die Dachlasten
auf die Außenwand ab (siehe Abb).
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| Das Sparrendach benötigt
keine Stützen im Raum, die auftretenden Kräfte werden ausschließlich über die
Außenwände abgefangen (siehe Abb.). Bei längeren Sparren (ab 4,50 m) werden Kehlbalken eingeführt, die die Dachkonstruktion horizontal aussteifen.
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| Die Dachhaut / Dachdeckung
leitet anfallende Niederschläge in die Dachrinne ab. Sie schützt jedoch nicht vor
Flugschnee, diese Funktion übernimmt die Unterspannbahn. Dachneigung, Einsatzgebiet, bauaufsichtliche Behörden und letztendlich der Geschmack des Bauherren und Architekten sind für die Wahl der Dachdeckung von entscheidender Bedeutung. Randdetails (First, Traufe, Ortgang etc.) müssen besonders sorgfältig ausgeführt werden, um Schadensfälle einzugrenzen. |
Sie werden je
nach Art zwischen 22° und 90° Dachneigung verarbeitet.
Sie eignen sich für denkmalgeschützte Gebäude. |
| Betondachsteine sind ca. 12%
günstiger (Baukosten Stand 1997: ca. 90 DM/m²) als Tondachziegel. Ihre Lebensdauer von ca. 40 Jahren (sehr stark von lokalem Klima, Umwelteinflüßen etc. abhängig) ist im Vergleich zur Tonziegeldeckung (ca. 28 Jahre) häufig günstiger. Betondachsteine werden mit hochliegendem, einfachem und tiefliegendem Längsfalz angeboten. Ihre Verwendung für denkmalgeschützte Gebäude ist umstritten. ![]() |
| Auch hier sind
variationsreiche Dachdeckungen möglich (Schuppenschindeldach, doppellagiges
Spundschindeldach etc.). Sie sind altbewährt und werden auf Holzschalung mit darunterliegende Dachbahn verlegt. |
| Zu ihnen zählen Nut-, Schar-,
Lang-, Schuppen-, Rücken- und Legschindeln. Sie werden ein- bis fünflagig verlegt. |
| Dachplatten werden als
Schieferersatz verwendet. Sie sind fast doppelt so teuer wie Betondachziegel (ca. 170 DM/m²) und sind zur Verlegung auf denkmalgeschützten Häusern umstritten. Standard- und Kurzwellplatten werden vor allem bei großen Flächen eingesetzt. |
Zu Metalleindeckungen zählen
Blechdeckungen aus:
Bei Berührung zwischen
Holz, frischem Beton oder Mörtel und verzinktem Stahlblech, Walzblei, Zink oder Aluminium
können unerwünschte chemische Reaktionen ablaufen, die durch eine Zwischenschicht (z.B.
Kunststoff- Dachbahnen, Dichtungsbänder, bituminöse Anstriche etc.) unterbunden werden. |
| Die Unterspannbahn dient als
Schutz vor Nässe und Staub von außen. In der Regel wird sie unter der Lattung angebracht. Sie muß schwer entflammbar, wasserdicht, reißfest und ausreichend atmungsaktiv sein. Der hinterlüftete Raum zwischen Dachdeckung (Dachhaut) und Unterspannbahn muß mindestens 24 mm betragen, damit eingedrungene Feuchtigkeit abtrocknen kann. |
| Für die Dachdämmung dürfen
nur genormte Dämmstoffe oder bauaufsichtlich zugelassene Dämmstoffe verwendet werden.
Mineralische Dämmstoffe können nachträglich ihr Volumen vergrößern. Auch dann muß die Hinterlüftung noch ausreichend sein. Die Wärmedämmung darf sich nicht aufwölben (Luftschicht zwischen Unterdach und Dämmschicht darf nicht versperrt werden, damit eingedrungene Feuchtigkeit abtrocknen kann). Darüber hinaus muß die Wärmedämmung fugenfrei zu den begrenzenden Bauteilen abschließen. |
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Wenn die vorhandene
Dacheindeckung und die unterseitige Dachbekleidung funktionsfähig sind, werden
Kanthölzer in Dämmstoffdicke quer zu den Sparren aufgebracht und der Zwischenraum mit
einem Dämmstoff ausgekleidet. Unterseitig wird dann z.B. eine Rigipsplatte angeschraubt
(siehe folgende Abb.).
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| Um den Innenraum winddicht
abzuschließen (Energieverlust und auch eindringende Feuchtigkeit vermeiden) wird die
Windsperrfolie zum Raum hin verlegt. Sie wird überlappend verlegt, die Stöße verklebt
und die Wandanschlüsse verleistet (Fugendichtigkeit). Gleichzeitig kann sie, wenn sie den vorgeschriebenen Dampfsperrwert erreicht, als Dampfsperre wirksam sein. Die Dampfsperre verhindert Dampfdiffussion (von Innen- zum Außenraum) und damit Tauwasserbildung in der Dachkonstruktion. Mit Ausnahmen (Schaumkunststoffe) sollte grundsätzlich raumseitig z.B. eine 0,2 mm PE- Folie oder eine 0,05 mm Aluminiumfolie eingebaut werden. Auch sie wird überlappend verlegt, die Stöße verklebt und die Wandanschlüsse verleistet (Fugendichtigkeit). |
| Die Innenansicht des
Dachaufbaues kann z.B. mit Rigips auf einer Lattung oder einer Holzschalung verkleidet
werden. Es werden auch Verbundsysteme angeboten, die z.B. Wärmedämmung, Dampfsperre und Innenverkleidung in einem Stück beinhalten. Winddichte Innenverkleidungen benötigen keine zusätzlichen Windsperren (nicht verwechseln mit Dampfsperren). Zu winddichten Innenverkleidungen gehören z.B. sauber verfugte Ausbauplatten. |
Kaltdächer sind
hinterlüftete Dächer, wobei die Kaltluft zwischen Dacheindeckung und Aufbau (z.B.
Unterspannbahn, Schalung, Wärmedämmung, Dampfsperre etc.) zirkulieren kann.
Man unterscheidet
zwischen ausgebautem (Dämmung unter, über oder zwischen den Sparren) und nicht
ausgebautem (Dämmung auf oberster Geschoßdecke) Dachraum (siehe folgende Abb.).
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Der Dachaufbau ist
nicht hinterlüftet, die einzelnen Schichten (z.B. Unterspannbahn, Wärmedämmung,
Dampfsperre etc.) liegen unmittelbar aufeinander (siehe folgende Abb.).
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| Beim Umkehrdach
befindet sich die Dämmung (abgedeckt z.B. durch Kiesschüttung) oberhalb der Abdichtung
und schützt sie so besser vor UV- Strahlung und Witterungeinflüssen. Eine Dampfsperre ist nicht mehr notwendig. Die Dachdecke sollte möglichst aus mindestens 10 cm dickem Stahlbeton bestehen, um die kurzzeitig auftretenden Wärmeverluste von bis zu 30% kompensieren zu können. An die Wärmedämmung werden erhöhte Anforderungen gestellt. Sie muß verrottungsfest, form-, wasser-, frostbeständig und trittfest ausgebildet sein. Um Wärmebrücken zu vermeiden, muß sie maßgenau verlegt sein.
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| Bei der Dachverglasung unterscheidet man: |
| Liegende Dachfenster sind in
der Regel genehmigungsfrei. Sie unterteilen sich in:
Wohnraumdachfenster unterscheiden sich durch weitgehende Zugfreiheit, Isolierverglasung und wärmegedämmte Zargenausführung von Dachfenstern. |
Je nach Hersteller werden die
unterschiedlichsten Varianten und Größen von Festverglasungen, Ausstiegsflügeln, Hebe-
Schiebe-, Schwing- Hebe- und Schwing- Klappflügel mit verschiedenen Verglasungsarten
angeboten (siehe folgende Abb.).
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| Dachgauben können, je nach
Dachkonstruktion, mit oder ohne Einbeziehung des Kniestocks (hoher ca. 1,7 m, mittelhoher
ca. 1,0 m oder niedriger Kniestock ca. 0,6 m) ausgeführt werden. Die Konstruktion wird auf den Sparren angebracht. Im Gegensatz zu liegenden Wohndachfenstern erweitern sie den Wohnraum. Der Lichteinfall ist im Vergleich zu liegenden Dachfenstern ungünstiger. In Hinblick auf Konstruktion und Deckung sollten sich die Gauben ganz selbstverständlich in die Dachlandschaft einfügen. Die Auswahl reicht von Schleppgaube bis hin zu Fledermausgaube (siehe folgende Abb.).
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| Der Einbau einer
Dachterrasse ist genehmigungspflichtig. Die Terrasse kann auf das Dach aufgeständert werden, in das Dach eingeschnitten oder in der Giebelseite (als Wintergarten oder offen) integriert werden. Dachterrassen werden wie Flachdächer behandelt. Sie benötigen zwei voneinander unabhängige Abläufe, und ihre Abdichtung (insbesondere an den Rändern: mindestens 15 cm Spritzwasserschutz) muß besonders sorgfältig ausgeführt werden. Die Lage der Terrasse über Wohnräumen bedarf einer zusätzlichen Wärmedämmung, und der Terrassenbelag muß frostsicher ausgebildet sein. Eine Fußbodenheizung wirkt dem Feuchtigkeitseintritt entgegen und ermöglicht auch die Benutzung an kühleren Tagen. Bei leichten Stahlkonstruktionen mit Gitterrosten ist es möglich, über die normale Dachdeckung zu entwässern. In der folgenden Abbildung wird ein möglicher Bodenaufbau dargestellt.
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